Werder Bremens Krise erreicht auch Jens Stage
Die Situation bei Werder Bremen wird von Woche zu Woche dramatischer. Der Klub arbeitet sich unaufhaltsam in Richtung 2. Bundesliga, während selbst zuvor konstante Leistungsträger in ein tiefes Formtief geraten. Dies betrifft nun auch den dänischen Mittelfeldspieler Jens Stage, der über weite Strecken der Hinrunde noch als verlässliche Stütze galt.
Von der Führungsfigur zum Krisenspieler
Stage, der mit seiner kernigen Spielweise und deutlichen Körpersprache oft als Führungsspieler auf dem Platz agierte, ist in der aktuellen Mega-Krise des Vereins kaum wiederzuerkennen. Während Werder bereits 13 Spiele in Folge ohne Sieg blieb, hat diese Negativserie nun auch den 29-jährigen Dänen voll erfasst.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten 13 Saisonspielen erzielte Stage noch fünf Tore, während er in den vergangenen zehn Partien lediglich einen Treffer verbuchen konnte. Assists sucht man in dieser Phase vergeblich. Bemerkenswert ist dabei, dass Stage trotz dieses Einbruchs immer noch der erfolgreichste Bremer Torschütze dieser Spielzeit ist – ein trauriges Indiz für die allgemeine Offensivschwäche des Teams.
Kabinensprecher versus Platzleistung
Interessant ist die unterschiedliche Wahrnehmung von Stages Rolle. Profi-Chef Peter Niemeyer betont gegenüber BILD: „Meine Wahrnehmung ist eine andere. Er geht vorweg, ist in der Kabine laut, versucht auf dem Platz Lösungen zu finden.“
Doch genau hier liegt das Problem: Während Stage in der Kabine weiterhin präsent und laut sein mag, fehlt diese Wirkung zunehmend auf dem Rasen, wo die Spiele letztlich entschieden werden. Das jüngste Beispiel lieferte die Partie gegen St. Pauli, bei der Stage vor der Pause eine aussichtsreiche Führungschance vergeben hat – eine Situation, die in der erfolgreichen Hinrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein Tor umgewandelt worden wäre.
Die Suche nach Erklärungen
Niemeyer versucht, Stages Leistungseinbruch zu erklären: „Es ist normal, dass er in diesem aktuell fragilen Gebilde nicht so auffällig spielt wie in den Wochen und Monaten zuvor.“ Der Profi-Chef zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Aber ich bin sicher, dass er unserem Spiel schon bald wieder seinen Stempel aufdrücken wird.“
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Stage aus diesem Tief finden kann. Besonders das wichtige Abstiegsduell gegen Tabellenletzten Heidenheim am Samstag könnte der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr zur alten Stärke sein. Für Werder Bremen wird dies dringend benötigt, denn die Zeit läuft dem Traditionsverein in seinem Kampf um den Klassenerhalt zunehmend davon.



