Wissenschaftler kritisiert VAR-Technik: Warum der Videobeweis in der Bundesliga versagt
Wissenschaftler kritisiert VAR-Technik: Warum Videobeweis versagt

Wissenschaftler enthüllt: So ungenau ist der VAR in der Bundesliga

Ein umstrittener Elfmeterverzicht beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und RB Leipzig (1:2) hat erneut die Debatte über den Videobeweis entfacht. In der Schlussphase verhinderte Christoph Baumgartner von Leipzig einen Treffer von Kölns Jan Thielmann auf der Linie – eindeutig mit dem Arm. Dennoch pfiff Schiedsrichter Frank Willenborg nach Videoüberprüfung keinen Elfmeter, sondern entschied auf Abseits.

Technische Mängel als Ursache für Fehlentscheidungen

Dr. Tobias Weber von der European Space Agency (ESA) geht im RTL-Podcast „Einfach machen“ hart mit der VAR-Technologie ins Gericht. Er erklärt: „Das Problem ist, dass die Kameras nur 50 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Bei der Geschwindigkeit von Profispielern, die sich in gegenläufiger Bewegung befinden, kann im schlimmsten Fall eine Distanz von 60 Zentimetern zwischen zwei Bildern liegen – das ist ein riesiger Fehler.“

Weiter kritisiert Weber das Motion-Capture-System: „Es generiert einen Avatar, der ohne Marker funktioniert. Diese Avatars sind zwar präzise, aber nicht genau genug, um halbe Zentimeter zwischen Oberarm und Schulter zu unterscheiden. Um Gelenkwinkel exakt zu diagnostizieren, müsste man röntgen oder ein erfahrener Arzt müsste es erspüren. Das macht überhaupt keinen Sinn.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Komplexe Regelauslegung im Fall Köln gegen Leipzig

Beim Spiel in Köln wurde Schiedsrichter Willenborg an die Seitenlinie geschickt, um die Szene zu überprüfen. Vor dem Kopfball von Sebastian Sebulonsen hatte David Raum den Ball mit dem Kopf gespielt. Marco Fritz, Leiter für Regelauslegung bei der DFB Schiri GmbH, erläutert im „Kicker“: „Raums Kopfball resultierte aus einer Sprungbewegung mit begrenzter Kontrolle. Nach internationaler Auslegung war dies kein kontrolliertes Spielen des Balles, daher galt die Abseitsstellung von Sebulonsen als strafbar.“

Die halb-automatische Abseitstechnologie, die seit dieser Saison in der Bundesliga eingesetzt wird, signalisierte dem VAR die knappe Abseitsstellung. Doch Webers Analyse legt nahe, dass technische Limitationen solche Entscheidungen unzuverlässig machen.

Folgen für die Glaubwürdigkeit des Fußballs

Dieser Vorfall unterstreicht die anhaltenden Kontroversen um den VAR. Fans und Experten fordern seit langem Verbesserungen, um Fehlurteile zu minimieren. Die Kritik des ESA-Wissenschaftlers wirft grundlegende Fragen zur Tauglichkeit der aktuellen Technik auf und könnte den Druck auf Verbände wie den DFB erhöhen, in präzisere Systeme zu investieren.

Solange Kameras mit niedrigen Bildraten und fehleranfällige Avatars im Einsatz sind, drohen weiterhin umstrittene Entscheidungen, die den Sport in Misskredit bringen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration