Neue Regel für die WM: Gefluche hinter vorgehaltener Hand kann Rote Karte geben
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko droht Spielern eine harte Strafe, wenn sie beim Reden mit Gegenspielern ihren Mund bedecken. Die internationalen Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) haben auf einer Sondersitzung in Vancouver beschlossen, dass diese Geste künftig mit der Roten Karte geahndet werden kann. Die Maßnahme soll vor allem diskriminierendes Verhalten auf dem Platz unterbinden.
Hintergrund der Regeländerung
Die Debatte wurde durch einen Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon ausgelöst. Benfica-Profi Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Er stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben, was er bestritt. Die Uefa sperrte den Argentinier wegen einer homophoben Äußerung für sechs Spiele, davon drei auf Bewährung.
Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits vor zwei Monaten im Interview mit Sky für eine Verschärfung der Regeln ausgesprochen. „Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden“, betonte Infantino. Er argumentierte: „Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt? Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das.“
Geltungsbereich der Regel
Die neue Regel gilt zunächst nur für die Weltmeisterschaft. Ob sie auch in anderen Wettbewerben wie der Bundesliga oder der Champions League eingeführt wird, liegt im Ermessen der jeweiligen Veranstalter. Das Ifab teilte jedoch mit, dass dies langfristig verpflichtend werden könnte. Bislang war das Bedecken des Mundes beim Reden auf dem Platz nicht strafbar, obwohl es in vielen Sportarten üblich ist, etwa in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA.
Weitere Regelverschärfung: Platzverlassen aus Protest
Neben der Mundbedecken-Regel wurde eine weitere Regel für die WM verschärft: Spieler, die aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen, können ebenfalls die Rote Karte sehen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler dazu auffordern. Sollte ein Team dadurch einen Spielabbruch verursachen, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet.
Hintergrund dieser Regeländerung sind die chaotischen Szenen beim Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und dem Senegal im Januar 2026 in Rabat. Nach einem späten Elfmeterpfiff für Marokko verließen Senegals Spieler aus Protest den Platz. Das Spiel wurde erst nach längerer Unterbrechung fortgesetzt. Senegal gewann zwar in der Verlängerung, der Titel wurde dem Team jedoch später vom afrikanischen Fußballverband CAF aberkannt.
Die WM 2026 beginnt am 11. Juni. Die neuen Regeln sollen für ein faires und respektvolles Miteinander auf dem Platz sorgen.



