Historischer Durchbruch im Frauenbasketball
Die nordamerikanische Basketball-Profiliga der Frauen, die WNBA, steht vor einem historischen Wendepunkt. Nur drei Tage nach der Bekanntgabe einer mündlichen Einigung im monatelangen Tarifstreit haben die Liga und die Spielerinnengewerkschaft WNBPA nun die detaillierten Bedingungen ihres neuen Abkommens offengelegt. Dieser als "bahnbrechend" bezeichnete Siebenjahresvertrag soll mit Beginn der am 8. Mai startenden Saison 2026 in Kraft treten und markiert einen Meilenstein für den professionellen Frauensport.
Revolutionäre Gehaltsstruktur
Das Herzstück der vorläufigen Vereinbarung, die noch formell von den Spielerinnen ratifiziert werden muss, bildet eine dramatische Anhebung der finanziellen Rahmenbedingungen. Die Gehaltsobergrenze für die Teams wird zunächst von bisher 1,5 Millionen US-Dollar auf beeindruckende 7 Millionen US-Dollar angehoben. In den Folgejahren soll diese Grenze dann jährlich entsprechend dem Umsatzwachstum der Liga und der einzelnen Teams dynamisch angepasst werden.
Diese Neuregelung eröffnet den Top-Spielerinnen der WNBA erstmals in der Ligageschichte die Möglichkeit, Millionenverträge abzuschließen. Das Maximalgehalt pro Spielerin beträgt in der ersten Phase 1,4 Millionen US-Dollar – ein bisher unvorstellbarer Wert im Frauenbasketball.
Umsatzbeteiligung als zentrales Element
Besonders bemerkenswert ist die Einführung eines umfassenden Umsatzbeteiligungsmodells, das in dieser Form erstmals im professionellen Frauensport implementiert wird. "Der Tarifvertrag für 2026 führt das erste umfassende Modell zur Umsatzbeteiligung in der Geschichte des professionellen Frauensports ein", heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Liga und Gewerkschaft.
Dieses innovative System bietet den Spielerinnen laut der Vereinbarung "unbegrenzte Verdienstmöglichkeiten, da die Einnahmen der Liga und der Teams weiter steigen". Damit wird eine direkte Verbindung zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg der Organisationen und der Vergütung der Athletinnen geschaffen.
Reaktionen und Hintergründe
WNBA-Commissioner Cathy Engelbert, die in den vergangenen Monaten gerade von erfahrenen Spielerinnen wie Napheesa Collier von den Minnesota Lynx kritisiert worden war, bezeichnete den Vertragsabschluss als "Meilenstein in der 30-jährigen Geschichte der WNBA und des gesamten professionellen Frauensports". Der Deal beendet damit nicht nur den monatelangen Tarifstreit, sondern setzt auch neue Maßstäbe für die Wertschätzung weiblicher Profisportlerinnen.
Bei der Bekanntgabe der mündlichen Einigung in der Lobby eines Hotels in Midtown Manhattan zeigten sich die Vertreterinnen der Spielerinnengewerkschaft deutlich zufrieden. Breanna Stewart, Vizepräsidentin der WNBPA und 2024er Meisterin mit New York Liberty an der Seite der deutschen Nationalspielerinnen Nyara Sabally und Leonie Fiebich, betonte: "Der Deal wird dazu beitragen, ein System aufzubauen, in dem jede genau das bekommt, was sie verdient – und noch mehr – sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon."
Diese historische Vereinbarung markiert nicht nur einen finanziellen Durchbruch für die Spielerinnen, sondern sendet auch ein starkes Signal für die wachsende Bedeutung und wirtschaftliche Potenz des Frauenbasketballs. Die WNBA positioniert sich mit diesem Schritt als Vorreiterin in der Entwicklung des professionellen Frauensports weltweit.



