Wolfsburg entgeht knapp der Pokal-Blamage gegen Jena
Der Rekordsieger VfL Wolfsburg hat im Halbfinale des DFB-Pokals der Frauen eine peinliche Niederlage nur mit viel Glück und einer herausragenden Torhüterleistung vermieden. Gegen das Bundesliga-Schlusslicht Carl Zeiss Jena benötigte der klare Favorit nach 120 torlosen Minuten ein dramatisches Elfmeterschießen, um sich mit 5:4 durchzusetzen und ins Endspiel einzuziehen.
Schwacher Auftritt nach Champions-League-Aus
Nur drei Tage nach dem enttäuschenden 1:4 nach Verlängerung im Champions-League-Viertelfinale bei Olympique Lyon präsentierte sich das Team von Trainer Stephan Lerch erneut ideenlos und kraftlos. Ohne die verletzte Stürmerin Alexandra Popp fehlte dem Wolfsburger Angriff jegliche Durchschlagskraft und Kreativität. Die Niedersachsen rannten gegen die kompakt verteidigenden Jenenserinnen oft vergeblich an, während sich der Außenseiter fast ausschließlich auf defensive Aufgaben beschränkte.
Stina Johannes wird zur Elfmeter-Heldin
Im entscheidenden Elfmeterschießen entwickelte sich Torhüterin Stina Johannes zur matchentscheidenden Figur. Die 24-Jährige parierte die letzten beiden Versuche der Jenenserinnen und bewahrte ihren Verein damit vor dem vorzeitigen Aus. Besonders dramatisch wurde es, nachdem Wolfsburgs Lineth Beerensteyn einen Elfmeter verschossen hatte und Jena mit dem nächsten Treffer hätte ins Finale einziehen können. Doch die erst 18-jährige Fiona Gaißer scheiterte an Johannes, die damit den Weg für den 5:4-Erfolg ebnete.
Historischer Kontext und zukünftige Perspektiven
Der VfL Wolfsburg hatte im Vorjahr bereits im Viertelfinale an der TSG Hoffenheim gescheitert, nachdem die Niedersachsen zuvor zehnmal in Folge den DFB-Pokal gewonnen hatten. Nun steht das Team zum zwölften Mal im Finale, wo wahrscheinlich der Double-Gewinner FC Bayern München als Gegner wartet. Die Bayern, die den Pokal im vergangenen Jahr gewannen, spielen am Montag gegen die SGS Essen um den zweiten Finalplatz.
Ein Final-Duell am 14. Mai in Köln zwischen den beiden deutschen Frauenfußball-Schwergewichten Wolfsburg und München gilt als wahrscheinlich. In der Bundesliga können die Bayern ihre Titelverteidigung bereits mit einem Sieg im nächsten Spiel bei Union Berlin am 22. April perfekt machen. Für Wolfsburg bedeutet der Finaleinzug nach den europäischen Enttäuschungen eine wichtige moralische Stärkung im Kampf um nationale Titel.



