VfL Wolfsburg: Sportdirektor Schwegler reagiert auf interne Kritik und vermeidet Trainer-Bekenntnis
Vor dem entscheidenden Heimspiel gegen den Hamburger SV hat Wolfsburgs Sportdirektor Pirmin Schwegler ein klares Bekenntnis zu VfL-Trainer Daniel Bauer vermieden. Auf die direkte Frage, ob Bauer auch nach einer möglichen erneuten Niederlage im Amt bleiben würde, antwortete der Schweizer bei Sky mit ausweichenden Worten: „Wir haben heute ein großes Spiel und eine große Chance für uns alle, heute einen rauszuhauen und den Turnover zu schaffen. Sehen Sie es mir nach, ich lege den vollen Fokus jetzt auf das Spiel.“
Öffentliche Kritik löst interne Diskussionen aus
Die Situation beim Bundesliga-Absteigerkandidaten VfL Wolfsburg ist angespannt. Nach dem schwachen Auftritt in der Vorwoche in Stuttgart hatte Trainer Daniel Bauer öffentlich tief blicken lassen und fundamentale Probleme angesprochen. „Fakt ist, dass wir viele Strukturen ändern müssen und die Atmosphäre und die Kultur innerhalb des Klubs aktuell nicht bundesligatauglich sind“, sagte der Coach und forderte ein „anderes Mindset in der gesamten Struktur.“
Bereits zuvor hatte langjähriger Spieler Yannick Gerhardt ungewöhnlich offen Alarm geschlagen und betont, dass „der Verein nicht gesund ist. Es ist sehr komplex.“ Diese öffentlichen Äußerungen stießen bei Sportdirektor Schwegler auf deutliche Kritik.
Schwegler betont interne Lösungsansätze
Der 38-jährige Sportdirektor, der seit Dezember 2025 für den Klub tätig ist, reagierte deutlich auf die öffentlichen Statements: „Erstmal die Aussagen in der Öffentlichkeit waren nicht der richtige Rahmen. Wir sind natürlich sehr kritisch insgesamt, aber das machen wir dann intern. Die Dinge bespricht man intern, und wir wissen auch, dass wir definitiv Dinge zu verbessern haben, weil sonst würden wir nicht da stehen, wo wir stehen.“
Schwegler sprach von einem weiteren Endspiel im Abstiegskampf und betonte die Verantwortung aller Beteiligten: „Es ist für uns heute ein großes Spiel und ein weiteres Finale. Es geht in erster Linie nur um den Verein VfL Wolfsburg. Wir stehen alle in der Verantwortung.“
Trainer Bauer relativiert und Fans zeigen Unterstützung
Trainer Daniel Bauer nahm vor der Partie bei DAZN ebenfalls Stellung und ging auf den Nachhall seiner Aussagen nach dem Stuttgart-Spiel ein. Er betonte, dass „wir auch intern intensiv im Austausch sind und intern immer wieder Prozesse anstoßen, um den Verein nachhaltig weiterzuentwickeln“.
Beeindruckt zeigte sich Bauer vom Support der eigenen Anhänger beim Training vor dem HSV-Duell: „Was ein sensationelles Zeichen gestern: die Fans, der Besuch beim Training, das hat ganz, ganz viel ausgelöst. Das zeigt, dass wir alle extrem zusammenstehen. Das war total beeindruckend, extrem emotional.“
Auch Schwegler hob das Signal der Fans hervor: „Wir können einige Dinge besser machen und haben heute die Chance, das zu zeigen, nach dem gestrigen guten Tag für den VfL. Das war wirklich ein starkes Zeichen der Fans und wir wollen heute nachlegen.“ Vor dem Anpfiff zwischen dem VfL Wolfsburg und dem HSV meldeten sich die Wölfe-Fans erneut mit einem klaren Statement: „Letzte Chance: Unseren Rückhalt für euren Sieg“ stand auf einem großen Banner in der Heimkurve.
Die Situation beim VfL Wolfsburg bleibt damit weiterhin angespannt, wobei die Führungsebene betont, dass Lösungen primär intern gesucht werden sollen, während die Fans weiterhin ihre Unterstützung signalisieren.



