Energie-Coach Wollitz fordert: Bei Rassismus sofort Spielabbruch
Der Trainer des Drittligisten Energie Cottbus, Claus-Dieter Wollitz, hat eine klare und unmissverständliche Forderung an den deutschen Fußball gestellt. Bei rassistischen Vorfällen in Stadien sollen Mannschaften konsequent das Spielfeld verlassen und nicht mehr weiterspielen. "Damit jeder kapiert, dass jetzt Schluss mit Rassismus in den Stadien ist", erklärte Wollitz im Interview mit der Sport Bild.
Konsequentes Vorgehen gefordert
Wollitz äußerte sich deutlich frustriert über die bisherige Handhabung solcher Vorfälle. Das Thema Rassismus kotze ihn "so richtig" an, und es gebe dagegen nur eine angemessene Reaktion: "Dass bei einem solchen Vorfall - egal wo in Deutschland - beide Mannschaften in die Kabine gehen und nicht mehr weiterspielen". Der erfahrene Trainer betonte, dass nur durch solche entschlossenen Maßnahmen endlich eine nachhaltige Veränderung erreicht werden könne.
Hintergrund: Vorfall bei 1860 München
Die Forderungen von Wollitz haben einen konkreten Anlass. Im November 2025 war Energie Cottbus-Profi Justin Butler beim Auswärtsspiel bei 1860 München rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Obwohl die Münchner sich im Nachgang entschuldigten, zeigte Wollitz wenig Verständnis dafür, dass das Spiel nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt wurde. Diese Erfahrung hat den Trainer in seiner Haltung bestärkt und zu seiner klaren Position geführt.
Wollitz' Versprechen an seine Mannschaft
Am Morgen nach dem Vorfall in München sprach Wollitz offen mit seiner Mannschaft. Er machte seinen Spielern ein deutliches Versprechen: "Jungs, das nächste Mal, wenn so etwas passiert, dann spielen wir nicht weiter, dann gehen wir - egal welcher Spielstand, egal welche Tabellensituation. Und auch egal, ob wir dann eine Strafe bekommen. Ich werde das komplett auf meine Kappe nehmen". Der Trainer betonte, dass die Betroffenen solcher Vorfälle ein solches Statement verdient hätten.
Drei-Stufen-Plan der UEFA
Im deutschen Fußball wird aktuell der Drei-Stufen-Plan der Europäischen Fußball-Union (UEFA) umgesetzt. Dieser sieht vor, dass Schiedsrichter bei rassistischen Vorfällen das Spiel zunächst kurzzeitig unterbrechen, bei weiteren Vorfällen länger pausieren oder in der dritten Stufe komplett abbrechen sollen. Wollitz' Forderung geht jedoch deutlich über diesen Plan hinaus und verlangt eine sofortige und konsequente Reaktion ohne Abstufungen.
Signalwirkung für den gesamten Fußball
Die klaren Worte des Energie Cottbus-Trainers haben Signalwirkung für den gesamten deutschen Fußball. Wollitz positioniert sich als Vorreiter im Kampf gegen Rassismus und setzt damit ein deutliches Zeichen für andere Vereine und Verantwortliche. Seine Forderung nach sofortigem Spielabbruch bei rassistischen Vorfällen könnte die Diskussion über angemessene Maßnahmen im Profifußball neu entfachen und zu strengeren Regularien führen.



