Bei Energie Cottbus liegen Aufstiegsträume und Alltagssorgen gefährlich nah beieinander! Sportlich ist der Ostklub voll im Rennen um die 2. Liga. Nach dem spektakulären 5:3 gegen Rot-Weiss Essen ist Energie bis auf einen Punkt an Rang zwei herangekommen. Die Offensive läuft heiß, 66 Tore sprechen für sich. Am Sonntag (13.30 Uhr) geht es bei Viktoria Köln weiter. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz (60) schlägt Alarm: „Ich kann nicht seriös sagen, wer morgen im Bus sitzt.“
Miese Trainingsbedingungen: Viele Verletzte!
Der Grund für die personellen Probleme sind die eigenen Trainingsbedingungen. Seit Wochen kämpft Cottbus mit massiven Ausfällen. Wollitz erklärt: „Es ist schon seit einigen Wochen so, dass wir das Training schmal halten. Fakt ist, dass immer mehr Spieler Probleme bekommen. Das Training ist auf das Minimum runtergesetzt worden – weniger geht nicht.“ Die Liste der Angeschlagenen ist lang: Butler, Guwara, Borgmann, Pelivan, Tattermusch, Boziaris, Cvjetinovic – sie alle plagen sich mit Verletzungen. Vor allem Adduktoren-, Schambein- und Muskelprobleme häufen sich. Der Coach betont: „Die sind rund um die Uhr unterwegs und lassen sich behandeln. Es ist nicht erst seit gestern, es ist seit drei, vier Wochen so.“
Maroder Platz als Ursache
Wollitz kennt den Auslöser für die Verletzungswelle: „Der Platz macht den Jungs zu schaffen. Ich habe jetzt seit mehreren Wochen gesagt, dass der Platz absolut in die Jahre gekommen ist. Es gibt derzeit keine Ausweichmöglichkeiten, sonst konnten wir ja immer zwischen den Plätzen wechseln. Er hat jetzt den Geist aufgegeben.“ Die Folge ist eine Dauerbelastung auf schlechtem Untergrund, was zu vielen Verletzungen führt. Ein normales Training ist kaum noch möglich. Wollitz beschreibt die Situation drastisch: „Die Trainingsinhalte sind permanent so, dass nur noch ausgesteuert wird.“ Ob überhaupt ein voller Kader für das Auswärtsspiel in Köln zusammenkommt, ist fraglich.
Dabei wäre die Ausgangslage eigentlich vielversprechend. Cottbus gewann alle bisherigen drei Drittliga-Duelle gegen Viktoria Köln. Der Gastgeber gilt als unberechenbar, schwankt zwischen Siegesserien und Pleiten. Für Wollitz ist klar, worauf es ankommt: „Kompaktheit, Organisation, Laufarbeit – es wird alles gefragt sein.“



