Champions League: Wut nach Rot für Manchester City - 'Dümmste Regel im Fußball'
Im hochkarätigen Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel zwischen Manchester City und Real Madrid sorgte eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung für massive Aufregung. Nach nur 17 Minuten Spielzeit entwickelte sich der erste große Aufreger des Abends, der die englische Presse anschließend in Rage versetzte.
Der umstrittene Vorfall in der 17. Minute
Ein Abschuss von Real Madrids Vinícius Júnior prallte zunächst an den Pfosten, doch sein Nachschuss wurde durch den ausgestreckten Ellbogen von Manchester Citys Bernardo Silva blockiert. Schiedsrichter Clément Turpin entschied zunächst auf Abseits, doch nach VAR-Einsatz korrigierte er seine Entscheidung radikal: Elfmeter für Real Madrid und Rote Karte für Silva.
Die Begründung lautete, dass der Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit im Tor der Citizens gelandet wäre. Für den portugiesischen Mittelfeldspieler war es die erste glatt Rote Karte in seiner gesamten Profikarriere. Vinícius Júnior verwandelte den Strafstoß souverän und brachte Real Madrid in der 22. Minute mit 1:0 in Führung.
Empörung bei Manchester City und in der englischen Presse
Manchester Citys Trainer Pep Guardiola zeigte sich sichtlich empört über die Entscheidung und diskutierte intensiv mit dem vierten Offiziellen. Die britische Daily Mail wetterte in ihrer Berichterstattung: "City wurde durch eine der dümmsten Regeln im Fußball bestraft. Ein Elfmeter ist Strafe genug für dieses Vergehen. Die Rote Karte ruiniert das Spiel komplett."
Viele Experten und Kommentatoren kritisierten die sogenannte Doppelbestrafung, bei der sowohl ein Elfmeter gegeben als auch eine Rote Karte gezeigt wird. Diese Regelung im Fußball wird seit Jahren kontrovers diskutiert und fand im Spiel gegen Real Madrid erneut ihre Kritiker.
Gegenteilige Meinungen von Experten
Doch nicht alle Stimmen teilten die Empörung der englischen Seite. Ex-Schiedsrichter Mark Clattenburg äußerte sich beim britischen Ableger von Prime Video deutlich: "Wäre es ein Versehen gewesen und der Ball wäre ins Tor gegangen, hätte es eine Gelbe Karte gegeben. Das war jedoch kein Versehen. Silva hat seinen Arm bewusst ausgestreckt, seinen Körper in den Weg gestellt und so verhindert, dass der Ball ins Tor ging. Deshalb hat der Schiedsrichter zu Recht die Rote Karte gezeigt."
Auch der ehemalige Everton-Profi Leon Osman schloss sich dieser Einschätzung bei der BBC an: "Ich glaube nicht, dass man mit so einem Handspiel selbst in der Premier League durchkommt. Das ist zu 100 Prozent eine Rote Karte gemäß den aktuellen Regularien."
Manchester City findet trotzdem eine Antwort
Trotz der umstrittenen Entscheidung und dem personellen Nachteil zeigte Manchester City Charakter. Kurz vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute, gelang den Citizens der verdiente Ausgleich. Stürmerstar Erling Haaland erzielte das 1:1 und sorgte damit für eine ausgeglichene Ausgangslage in der zweiten Halbzeit.
Das Spiel entwickelte sich zu einem packenden Duell zweier europäischer Top-Teams, bei dem die Schiedsrichterentscheidung jedoch lange im Mittelpunkt der Diskussionen bleiben wird. Die Debatte über die Sinnhaftigkeit der Doppelbestrafung bei Handspielvergehen, die ein sicheres Tor verhindern, wird durch diesen Vorfall erneut angeheizt.



