Füchse Berlin erkämpfen sich den Einzug ins DHB-Pokalfinale
Die Handballer der Füchse Berlin haben beim Final4 in Köln einen hart erkämpften Sieg gefeiert und stehen zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Endspiel des DHB-Pokals. Der deutsche Meister setzte sich im Halbfinale gegen den TBV Lemgo Lippe mit 39:36 (20:16) durch und wartet nun auf den Gegner aus der zweiten Vorschlussrundenpartie zwischen dem SC Magdeburg und dem Bergischen HC.
Nervenkrieg vor ausverkaufter Arena
Vor 19.750 Zuschauern in der komplett gefüllten Lanxess-Arena entwickelte sich ein echter Nervenkrimi. Die Füchse aus der Hauptstadt starteten zunächst verhalten und lagen nach elf Minuten mit 5:7 zurück. Nationalspieler Nils Lichtlein scheiterte gleich zweimal an Lemgos Torhüter Constantin Möstl, doch dann fand das Team von Trainer Jaron Siewert in die Partie.
Ein entscheidender 3:0-Lauf brachte die Wende und leitete eine starke Phase der Berliner ein. Besonders beeindruckend zeigte sich Torhüter Dejan Milosavljev, der in der ersten Halbzeit mit zehn Paraden die Lemgoer Angreifer zur Verzweiflung trieb. Diese Sicherheit im Kasten nutzten die Füchse geschickt aus und bauten bis zur Pause eine komfortable Führung auf.
Führung schmilzt bedenklich zusammen
Gleich nach dem Seitenwechsel schien die Entscheidung gefallen, als die Berliner ihren Vorsprung auf fünf Tore ausbauen konnten (23:18). Doch dann leisteten sich die Füchse eine Serie von Fehlern, während Lemgo mit beeindruckendem Kampfgeist zurückkehrte. Nach 46 Minuten war der einst komfortable Vorsprung auf nur noch ein einziges Tor geschrumpft (26:27).
„In der zweiten Halbzeit haben wir es uns selbst schwer gemacht“, analysierte ein Berliner Spieler nach dem Spiel. „Lemgo kämpfte fantastisch und wir waren zu nachlässig.“ Tatsächlich verpasste es die Mannschaft aus Lippe in den entscheidenden Momenten mehrfach, den Ausgleich zu erzielen, sodass die Füchse ihren knappen Vorsprung über die Zeit retten konnten.
Individuelle Klasse macht den Unterschied
Die statistischen Werte zeigen deutlich, wo der Sieg begründet lag. Lasse Andersson war mit elf Treffern der beste Werfer der Berliner, während bei Lemgo Tim Suton achtmal traf. Besonders erwähnenswert bleibt jedoch die Leistung von Torhüter Milosavljev, dessen Paraden in der entscheidenden ersten Halbzeit die Grundlage für den Erfolg legten.
Auch die mentale Stärke bewiesen die Füchse in den kritischen Phasen. Trotz zweier verworfener Siebenmeter durch Tim Freihöfer und der deutlichen Schwächephase in der zweiten Halbzeit behielten sie die Nerven und sicherten sich den Finaleinzug.
Finale am Sonntag erwartet spannendes Duell
Damit stehen die Berliner am Sonntag im großen Finale, wo sie auf den Sieger der Partie zwischen dem SC Magdeburg und dem Bergischen HC treffen werden. Die Füchse haben damit die Chance, ihren ersten DHB-Pokal seit 2014 zu gewinnen und die erfolgreiche Saison mit einem weiteren Titel zu krönen.
Trainer Jaron Siewert zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: „Das war ein echter Kampf bis zur letzten Sekunde. Lemgo hat uns alles abverlangt, aber am Ende haben wir die nötige Coolness bewiesen. Jetzt konzentrieren wir uns voll auf das Finale.“
Die Lanxess-Arena in Köln wird auch am Sonntag wieder Schauplatz eines Handball-Höhepunkts sein, wenn die Füchse Berlin um den begehrten Pokal kämpfen.



