Seit Dienstag läuft Extremsportler Arda Saatçi (28) fast ohne Pause. Sein Ziel: 600 Kilometer in 96 Stunden. Die Route führt vom Death Valley bis zur Küste von Los Angeles. Hunderttausende Zuschauer verfolgen das Spektakel live im Internet.
Der Kampf gegen den eigenen Körper
Es ist kein Rennen gegen andere, sondern ein Kampf gegen sich selbst. Ultra-Athlet Arda Saatçi, auch „Cyborg“ genannt, stellt sich der Frage: Wie viel kann der menschliche Körper im Extremfall leisten? Nach rund 60 Stunden begann sein Körper zu streiken. Er torkelte, berichtete von Halluzinationen. Ein Arzt musste eingreifen. Regelmäßige medizinische Untersuchungen sind nötig, da sein Körper gegen Hitze, Dehydrierung und Schlafmangel ankämpft.
Brutale Bedingungen
Die Temperaturen liegen bei 30 Grad und höher. Erholung gibt es kaum. Geschlafen wird nur kurz und unregelmäßig, oft am Straßenrand oder im Begleitfahrzeug. Die Ernährung dient nicht dem Genuss, sondern der Funktion: rund 15.000 Kalorien täglich, um den Körper am Laufen zu halten.
Rekordverdächtiger Livestream
Parallel zu jedem Kilometer läuft ein Stream, der die Challenge zu einem Dauerereignis macht. Mehrere hunderttausend Menschen verfolgen das Geschehen gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen. Allein auf Twitch haben rund 20.000 Zuschauer ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen, was Arda etwa 60.000 Euro einbringen dürfte. Prominente Gäste wie Rapper Luciano, Fußballprofi Hakan Çalhanoğlu, Nationalspieler Deniz Undav oder Fitness-Star Pamela Reif schalten sich immer wieder dazu. Red Bull unterstützt das Projekt technisch. Ein Team von über 40 Leuten, darunter ein Physiotherapeut, ist stets an seiner Seite.
Zuschauer fiebern mit
Der Unterschied zu klassischen Sportevents liegt im Detail. Zuschauer kommentieren jede Phase live, diskutieren im Chat und fiebern mit. Viele lassen den Stream durchlaufen, ob morgens oder abends. Einige berichten, dass sie selbst wieder mehr Sport treiben. Genau das ist Ardas Anspruch. Zu Spitzenzeiten sind rund 300.000 Zuschauer gleichzeitig dabei. An nur einem Tag gewann er fast 300.000 neue Follower auf Twitch.
Nach 60 Stunden: Halluzinationen und Pause
Nach rund 60 Stunden steht Arda bei etwa 325 Kilometern. Immer wieder fällt er zurück, kämpft mit Hitze, Untergrund und den Bedingungen. Der Extremläufer begann zu torkeln, sein Puls schoss in die Höhe. Ein Arzt wurde hinzugezogen, die Challenge unterbrochen. Eine kurze Pause war nötig. Doch gegen 9:30 Uhr deutscher Zeit am Freitag gab es Entwarnung: Arda ist zurück auf der Strecke und läuft weiter.
Ein emotionales Live-Experiment
Dieses Projekt ist mehr als nur Sport. Es ist ein emotionales Live-Experiment an der Grenze des Machbaren. Die große Frage: Schafft er die 600 Kilometer in seiner Wunschzeit – dann müsste er am Samstagmorgen um 11 Uhr Ortszeit den Santa Monica Pier erreichen. Oder zwingt ihn der Körper zum Aufgeben?



