Para-Leichtathletik-EM 2026 abgesagt: Deutsche Athleten enttäuscht
Para-EM 2026 abgesagt: Deutsche Athleten enttäuscht

Im Jahr 2026 werden keine Leichtathletik-Europameisterschaften im Parasport stattfinden. Der Weltverband World Para Athletics hat die erfolglose Suche nach einem Ausrichter endgültig beendet. Für die deutschen Leichtathleten bedeutet dies eine Saison ohne das geplante Großereignis.

Enttäuschung bei Athleten und Funktionären

„Es ist eine Tragödie, dass unsere Athletinnen und Athleten das Jahr ohne großen Höhepunkt gestalten müssen“, sagte Lukas Niedenzu, stellvertretender Sportdirektor im Deutschen Behindertensportverband (DBS). „Es fehlt der internationale Leistungsvergleich mit den besten Athleten Europas. Die gesamte Jahresplanung ist damit hinfällig und muss neu ausgerichtet werden.“ Mit Blick auf die Sommerspiele in zwei Jahren in Los Angeles bedeute dies für die Sportler, „weiter intensiv und konzentriert zu trainieren, ohne in dieser Saison ein Ziel vor Augen zu haben. Das ist für die Motivation eine Herausforderung, die wir nun annehmen werden.“

Kritik kam auch von den Athleten selbst. „Ich bin frustriert, verärgert und vor allem sehr enttäuscht von unserem internationalen Verband“, sagte der Paralympics-Sieger und dreimalige Weltmeister Niko Kappel. „Allein der Fakt, dass keine offene Kommunikation stattfindet, schockiert mich zutiefst.“ Er monierte eine mangelnde Begründung sowie eine fehlende Entschuldigung seitens des Verbandes.

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Fehlende Sichtbarkeit und Standortbestimmung

Bundestrainerin Marion Peters beklagte neben dem Wegfall der Standortbestimmung auch die fehlende Sichtbarkeit für den Parasport. „Dass es in diesem Jahr keine EM geben wird, schadet uns massiv, denn wir finden dadurch kaum statt“, sagte Peters. „Die Athletinnen und Athleten haben keine sportliche Bewährungsmöglichkeit, insbesondere den talentierten Nachwuchs wollten wir eigentlich bei der EM auf der großen Bühne heranführen und ihnen auf dem Weg zu den Paralympics den nächsten Schritt ermöglichen.“

Bereits seit 2021 gab es keine Europameisterschaft mehr, vor der Corona-Pandemie wurde der Kontinentalvergleich noch im Zweijahresrhythmus ausgetragen. Das nächste Großereignis ist nun die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Mit der usbekischen Hauptstadt Taschkent (18. bis 27. Juni 2027) ist bereits ein Ausrichter gefunden. Erstmals macht die größte Einzelveranstaltung im Parasport Station in Zentralasien.

Die Absage der EM wirft auch Fragen nach der Zukunft des europäischen Parasports auf. „Wir müssen uns dringend Gedanken machen, wie wir solche Ausfälle in Zukunft verhindern können“, forderte Niedenzu. „Es kann nicht sein, dass unsere Athleten immer wieder unter den Folgen mangelnder Organisation leiden.“ Die deutschen Para-Leichtathleten müssen nun ohne den geplanten Höhepunkt auskommen und ihre Saison neu strukturieren.

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