Nach rätselhafter Krankheit: Lauf-Ass Pia Wendhausen startet durch
Rätselhafte Krankheit: Pia Wendhausen läuft wieder

Pia Wendhausen aus Bützow ist in der Laufszene Mecklenburg-Vorpommerns kein unbekannter Name mehr. Die 21-Jährige hat in den letzten Jahren zahlreiche Wettkämpfe gewonnen. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Landesmeisterschaft im Marathon in 3:16 Stunden, der Titel im Halbmarathon und der Sieg über 10.000 Meter auf der Bahn.

Doch die junge Athletin gibt zu, dass sie auch von der Abwesenheit der besten Läuferinnen des Vorjahres profitiert hat. Im Interview mit dem Nordkurier spricht sie über ihre Anfänge, ihre Leidenszeit und ihre ehrgeizigen Ziele.

Die Anfänge

Bereits in der Grundschule entdeckte Pia ihre Liebe zur Leichtathletik. In der 5. Klasse begann sie regelmäßig zu laufen. 2017 lief sie ihren ersten 10-Kilometer-Lauf. In der 6. Klasse absolvierte sie einen 24-Kilometer-Spendenlauf. Danach nutzte sie das Laufen nur als Ergänzung zum Handball.

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Richtig vom Lauffieber gepackt wurde sie in der 12. Klasse. Sie nahm an Wettläufen teil und lief ihren ersten Halbmarathon in Berlin. Nach dem Abitur ging sie als Au-pair in die USA, wo sie weiterhin Handball spielte und regelmäßig lief. Im Mai 2024 kehrte sie nach Deutschland zurück und startete beim Rostocker Citylauf, wo sie über 6 Kilometer den dritten Platz belegte.

Der Weg zum Verein

Im November 2024 gewann Pia die Landesmeisterschaft Cross, durfte den Titel aber nicht annehmen, da sie keinem Verein angehörte. Daraufhin kontaktierte sie Sigrun Richter vom 1. LAV Rostock, die sie auf den Berlin-Marathon vorbereitete.

Handball spielt sie heute nur noch gelegentlich. Nach ihrem Umzug nach Kiel fand sie kein Team, das mit ihrem Studium vereinbar war. Die erfolgreiche Laufsaison drängte den Handball weiter in den Hintergrund.

Training und Disziplin

Pia trainiert täglich. Ihr Plan umfasst einen längeren Lauf, ein bis zwei Intervalleinheiten, mehrere 8- bis 15-Kilometer-Läufe und ein bis drei Gym-Einheiten. Dazu kommen tägliche Radfahrten zur Uni (ca. 100 km pro Woche) und Spaziergänge. Abends absolviert sie 20 Minuten Stabi-, Mobilitäts- und Kräftigungsübungen.

Sie verzichtet auf Alkohol, achtet auf ihre Ernährung und Blutwerte. Treffen mit Freunden und Familie sind seltener, aber sie integriert sie in ihren Kalender. Sie liebt den durchgetakteten Lifestyle.

Der Rückschlag

Im Frühjahr 2025 erlitt sie einen herben Rückschlag. Zwei Wochen vor ihrem ersten Lauf der Saison konnte sie plötzlich nicht mehr laufen. Selbst Radfahren war zu anstrengend. Kein Arzt fand eine medizinische Ursache. Sie zog sogar psychologische Gründe in Betracht.

Sie lernte, langsam und lange Strecken zu laufen. Bei der Landesmeisterschaft 2025 beendete sie ihren ersten Marathon als Letzte nach fünf Stunden. Langsam ging es bergauf. Im Mai hustete sie Blut und kam ins Krankenhaus. Die Diagnose folgte: acht Tage stationäre Behandlung, Atem- und Physiotherapie, Medikamente bis Jahresende. Im Sommer begann sie wieder mit dem Training und steigerte sich kontinuierlich.

Mentale Stärke

„Ein Marathon wird mit dem Kopf gewonnen“, sagt Pia. Sie akzeptiert, dass nicht jeder Tag gleich ist, und läuft nur in dem Tempo, das sich gut anfühlt. Sie gönnt anderen Läuferinnen ihre Erfolge. Ihre eigenen Erfolge bezeichnet sie als „Kirsche auf der Sahnetorte“.

Ziele und Zukunft

Pia hat bereits die magischen Grenzen von 3:30 Stunden im Marathon, 1:30 Stunden im Halbmarathon und 20 Minuten über 5 Kilometer unterboten. Noch offen sind 40 Minuten über 10 Kilometer. Sie träumt von der Teilnahme an Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften. Mit Fanny Möck möchte sie die 60-Minuten-Marke im Hyrox-Double unterbieten. Langfristig strebt sie den Ironman an.

Neben dem Sport studiert sie Rechtswissenschaften, engagiert sich politisch, gibt Nachhilfe und arbeitet auf Turnieren.

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