Yomif Kejelcha hat beim London-Marathon eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Der Äthiopier lief eine Fabelzeit, die in der Geschichte des Marathons nur selten erreicht wurde. Doch sein Pech: Ein anderer Athlet war noch zwölf Sekunden schneller. Kejelcha wurde somit Zweiter – ein Schicksal, das an den zweiten Mann auf dem Mond erinnert. Doch der Läufer hadert nicht mit seinem Schicksal. Er zeigt Größe, indem er die Leistung des Siegers anerkennt und sich über seine eigene Zeit freut.
Eine Kolumne von Marco Fuchs
Yomif Kejelcha ist ein Name, der in der Marathon-Szene für höchste Qualität steht. Beim London-Marathon 2026 lieferte er eine Performance ab, die normalerweise ausreichen würde, um einen Weltrekord zu brechen. Doch die Konkurrenz war an diesem Tag einfach übermächtig. Zwölf Sekunden trennten ihn vom Sieg – eine Ewigkeit im Spitzensport, aber dennoch eine Demonstration von Kejelchas Klasse.
Der Schatten des Siegers
Es ist eine der großen Herausforderungen im Sport: Wenn man seine beste Leistung abruft, aber dennoch nicht gewinnt. Viele Athleten würden in einer solchen Situation verzweifeln oder die Schuld bei sich suchen. Kejelcha jedoch zeigt eine bemerkenswerte Reife. Er akzeptiert das Ergebnis und blickt nach vorne. „Ich habe alles gegeben“, sagte er nach dem Rennen. „Manchmal reicht das nicht, und das ist in Ordnung.“
Ein Vorbild für die Leichtathletik
Kejelchas Haltung ist ein Vorbild für den gesamten Sport. Er beweist, dass es nicht immer um den Sieg geht, sondern um die eigene Leistung und den Respekt vor den Gegnern. In einer Zeit, in der oft nur der Erste zählt, erinnert uns Kejelcha daran, dass auch der zweite Platz eine außergewöhnliche Leistung sein kann. Seine Zeit wird in die Geschichte eingehen, auch wenn der Sieger noch schneller war.
Der London-Marathon war ein Fest des Laufsports, und Yomif Kejelcha trug maßgeblich dazu bei. Er mag nicht gewonnen haben, aber er hat die Herzen vieler Zuschauer erobert. Seine Geschichte ist eine Inspiration für alle, die sich im Schatten großer Erfolge behaupten müssen.



