Ex-Formel-1-Star schwärmt von Hamilton und analysiert Motorsport-Landschaft
Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard (54) zeigt sich bei einem Besuch des Formel-E-Rennens in Jeddah, Saudi-Arabien, in beeindruckender Verfassung. "Ich bemühe mich, viel mit dem Rad zu fahren", erklärt der drahtige Schotte, der zwischen 1994 und 2008 insgesamt 246 Grands Prix bestritt und dabei 13 Siege sowie die Vizeweltmeisterschaft 2001 hinter Michael Schumacher einfahren konnte.
Formel E: Respektiert, aber nicht bekannt genug
In einem exklusiven Interview äußert sich Coulthard zur elektrischen Rennserie: "Die Formel E ist hochkompetitiv, spannend und verfügt über hervorragende Fahrer. Sie ist in der Motorsport-Szene respektiert und etabliert, aber nicht bekannt genug." Der Ex-Rennfahrer betont, dass die Serie in Bereichen wie Fan-Nähe Vorreiter war, von denen sogar die Formel 1 lernen konnte.
Seine klare Position: "Der Fokus der Formel E muss auf der Jugend liegen. Große Namen wie Max Verstappen oder Lewis Hamilton bringen zwar ihre eigenen Fans mit, aber ich denke nicht, dass das der richtige Weg ist. Die Menschen wollen Neues, nicht Altes in neuer Umgebung." Coulthard zieht einen Vergleich zur saudischen Fußballliga, die trotz Cristiano Ronaldo nicht massiv an europäischen Zuschauerzahlen gewonnen habe.
Lewis Hamilton: Ein Geschenk für die Formel 1
Besonders enthusiastisch wird Coulthard, wenn es um den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton geht. "Die Formel 1 findet super, dass Lewis bei Ferrari ist. Sie findet auch super, dass er eine Kardashian datet. Lewis ist ein Geschenk für die Formel 1." Zur Frage, ob Hamilton in seinem zweiten Ferrari-Jahr den achten Titel holen könne, meint der Experte: "Lewis hat sieben WM-Titel geholt. Für mich braucht er nicht Titel Nummer acht, neun oder zehn, um als einer der herausragenden Piloten der Formel-1-Geschichte zu gelten."
Allerdings gibt Coulthard zu bedenken, dass Hamilton in der Vorsaison weder Teamkollege Charles Leclerc noch in seinem letzten Mercedes-Jahr George Russell schlagen konnte. "Baut Ferrari ein gutes Auto, dann steht zwischen ihm und dem WM-Titel nur sein Teamkollege."
Audi als Formel-1-Neuling: Die Standortfrage
Aus deutscher Perspektive besonders interessant ist Audis Einstieg in die Formel 1. Coulthard erinnert daran, dass Red Bull mit Jaguar fünf Jahre bis zum ersten Sieg und sechs bis zum ersten Titel benötigte. "Audi hat die Ressourcen und Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein." Doch der Experte sieht eine besondere Herausforderung: "Historisch gibt es nur ein Team ohne Teamstandort in Großbritannien, das schon mal Weltmeister geworden ist: Ferrari. Auch Mercedes hat seine Formel-1-Zentrale in England. Audi nicht."
Coulthard verweist auf Toyotas gescheitertes Engagement mit deutscher Basis in Köln trotz größerem Budget als Ferrari. "Audis Teamchef Jonathan Wheatley ist erstklassig. Für mich ist die Frage, ob Audi erfolgreich sein kann, ohne seine Basis in England zu haben. Das hat bisher nur Ferrari geschafft."
Ausblick auf die kommende Saison
Zur Favoritenfrage für die anstehende Formel-1-Saison teilt Coulthard ein aktuelles Gespräch mit: "Ich habe vor zwei Tagen mit Max Verstappen gesprochen. Max sagt, die Autos mit Mercedes-Motoren sind im Moment vorne dran, bis auf Williams." Der erfahrene Motorsport-Kommentator bleibt damit spannenden Entwicklungen in der Königsklasse gewärtig, während er gleichzeitig die Stärken und Wachstumspotenziale der Formel E klar benennt.



