Sophia Flörsch kritisiert Motorsport als Machosport: Frauen kämpfen um Anerkennung
Flörsch: Motorsport ist extremer Machosport

Sophia Flörsch packt aus: Motorsport als Männerdomäne mit Machokultur

Die erfolgreiche Münchner Rennfahrerin Sophia Flörsch hat bei einem exklusiven Unternehmerinnentreffen in München deutliche Worte über ihren Sport gefunden. Anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags lud Uber Deutschland etwa 35 prominente Unternehmerinnen zum "Female Leaders Lunch" ins Restaurant Maison Tran im Dreimühlenviertel. Unter den hochkarätigen Gästen befanden sich Trigema-Chefin Bonita Grupp, FDP-Politikerin Susanne Seehofer, Aigner-CEO Sibylle Schön und Kristina Hammer, Präsidentin der Salzburger Festspiele.

Einblicke in eine absolute Männerdomäne

Sophia Flörsch, die als erste Frau in der Formel 3 Punkte sammelte und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans unter die Top Ten kam, schilderte den anwesenden Frauen ihre Erfahrungen. "Der Motorsport ist nicht nur ein Männersport, sondern ein extremer Machosport", erklärte die 25-Jährige deutlich. Sie kritisierte die Entscheidungsträger in der Branche: "Sehr viele Leute, die heutzutage noch was zu entscheiden haben, sind alte, weiße Männer, die von Frauen gar nichts halten, zumindest nicht, dass sie in Rennautos gehören."

Der folgenschwere Unfall und der Kampf zurück

Flörsch berichtete auch von ihrem schweren Unfall im Jahr 2018, als sie mit über 280 km/h im Formel-3-Weltfinale in Macau in einen Fangzaun raste und sich eine schwere Wirbelsäulenfraktur zuzog. "Ich war so kurz davor, querschnittsgelähmt zu sein", erinnerte sich die Rennfahrerin. Dennoch saß sie bereits 100 Tage nach dem Unfall wieder im Rennwagen – trotz Widerständen aus der Branche.

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Diskriminierende Erfahrungen und Vorurteile

Die Münchnerin schilderte konkrete Beispiele für die Diskriminierung, die sie erlebt hat. Bei einem Gespräch mit potenziellen Sponsoren wurde sie mit gerade einmal 15 Jahren gefragt, ob sie nicht irgendwann Kinder wolle. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Lewis Hamilton oder Max Verstappen gefragt werden, ob sie irgendwann Kinder wollen", kommentierte Flörsch trocken und erntete dafür viel Applaus.

Motivation durch Widerstände

Trotz der Herausforderungen lässt sich Sophia Flörsch nicht unterkriegen. "Ich versuche, mich aus so negativen Kommentaren oder Leuten, die nicht daran glauben, dass Frauen in den Motorsport gehören, zu motivieren und das genau denen zu beweisen", erklärte sie. Sie betonte, dass im Rennwagen keine geschlechtsspezifischen Vor- oder Nachteile existieren: "Im Auto gibt es keine Geschlechter-Vor-und-Nachteile, das ist das Tolle."

Das große Ziel: Formel 1

Ihr größter Traum bleibt der Einzug in die Formel 1. "Alle Geschichten, die es im Sport so gibt, wurden schon geschrieben, aber es gab noch nie eine Frau in der Formel 1", sagte Flörsch. Sie ist überzeugt, dass eine Frau in der Königsklasse des Motorsports viel bewegen könnte: "Aber eine Frau, die mit dem Spielzeug der Männer die Männer besiegt - das würde so viel für Frauen generell machen."

Die Veranstaltung, moderiert von Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler und PR-Profi Benjamin Bartz, bot einen seltenen Einblick in die Herausforderungen, denen Frauen in männerdominierten Branchen gegenüberstehen. Die anwesenden Unternehmerinnen zeigten sich beeindruckt von Flörschs Offenheit und Durchhaltevermögen.

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