Formel-1-Tests in Bahrain: Erste Eindrücke nach dem Auftakttag
Die offiziellen Testfahrten der Formel 1 in Bahrain sind eröffnet, und bereits nach dem ersten Tag werden die Leistungen der Teams intensiv analysiert und diskutiert. Die etablierten Kräfte des Motorsports präsentierten sich in unterschiedlicher Verfassung, wobei einige Überraschungen und erste Schwächen sichtbar wurden.
Norris an der Spitze, Verstappen beeindruckt mit Konstanz
Weltmeister Lando Norris sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:34,669 Minuten die schnellste Zeit des Tages im McLaren. Allerdings sind die Zeiten bei frühen Tests traditionell mit Vorsicht zu genießen, da viele Teams unterschiedliche Programme fahren. Der Mittwoch brachte zudem eine vergleichsweise langsame Session. Deutlich stärker im Fokus stand Max Verstappen, der im vergangenen Jahr seinen Titel an Norris verloren hatte. Der Niederländer im Red Bull, der erstmals mit einem in Eigenregie und mit Unterstützung von Ford entwickelten Motor unterwegs ist, absolvierte beeindruckende 138 Runden und erzielte die zweitbeste Zeit. Seine konstante Leistung sorgte bei der Konkurrenz für Aufmerksamkeit und leichte Besorgnis.
Mercedes zeigt erstmals Schwächen
Bislang galt Mercedes als das Team mit einem technischen Vorsprung, insbesondere im Zusammenhang mit den neu eingeführten Antrieben, bei denen der Elektro-Anteil die Hälfte der Leistung liefert. Konkurrenten vermuten, dass die Silberpfeile eine Lücke im Reglement zu ihrem Vorteil genutzt haben, um das Verdichtungsverhältnis im Verbrennungsmotor über das vorgesehene Maß zu erhöhen. Mercedes-Chef Toto Wolff bezeichnete diese Diskussion jedoch als „Sturm im Wasserglas“. Am Testtag selbst lief nicht alles rund: Kimi Antonelli verpasste fast drei Stunden der Nachmittagseinheit aufgrund eines Problems mit der Aufhängung. Wolff äußerte sich besorgt über die Leistung von Red Bull und sagte gegenüber Motorsport-Magazin.com: „Sie können viel mehr Energie auf den Geraden abgeben als alle anderen. Ich spreche da von einer Sekunde pro Runde über aufeinanderfolgende Runden.“ Mercedes sei dazu derzeit nicht in der Lage.
Audi mit solidem Auftakt und wenig Kinderkrankheiten
Das neue Werksteam Audi präsentierte einen komplett überholten Boliden, der im Vergleich zu den Tests in Barcelona ein völlig anderes Seitenkasten-Konzept aufweist. Trotz der umfangreichen Änderungen gab es bemerkenswert wenig technische Probleme. Nico Hülkenberg und Teamkollege Gabriel Bortoleto, die sich den Tag teilten, absolvierten insgesamt 122 Runden. Hülkenberg ordnete sich mit seiner Bestzeit im Mittelfeld ein und sammelte wertvolle Kilometer für das Team. Dieser stabile Auftakt lässt auf eine vielversprechende Saisonvorbereitung schließen.
Die Testfahrten in Bahrain laufen noch bis Freitag und werden in der kommenden Woche vom 18. bis 20. Februar fortgesetzt. Die neue Formel-1-Saison startet offiziell am 8. März mit dem Großen Preis von Australien. Die Teams nutzen die verbleibende Zeit, um ihre Fahrzeuge weiter zu optimieren und die letzten Feinabstimmungen vorzunehmen.



