Formel 1: Lando Norris trägt die Nummer eins – Druck und Freude des Titelverteidigers
Norris mit Nummer eins: Druck und Freude des Titelverteidigers

Formel 1: Lando Norris trägt die Nummer eins – Druck und Freude des Titelverteidigers

Das Lächeln des frischgebackenen Formel-1-Weltmeisters Lando Norris soll niemals mehr verschwinden. „Wenn ihr mich mal nicht lächeln seht, schlagt mich einfach oder so“, scherzt der Brite und seine Mundwinkel ziehen sich sofort nach oben. „Erinnert mich daran: Ich habe mein Lebensziel erreicht und ich bin sehr glücklich und sehr stolz.“ In diesem Jahr prangt die prestigeträchtige Nummer eins auf seinem McLaren – das Symbol für den amtierenden Weltmeister der Königsklasse des Motorsports.

Die Nummer eins und ihre Bedeutung

Norris wird mit dieser besonderen Kennzeichnung auch bei den ersten öffentlichen Testfahrten der Formel 1 auf dem Bahrain International Circuit unterwegs sein. „Ich muss mich nicht mehr selbst in Frage stellen“, betont der 26-Jährige, der in einem packenden Finale der vergangenen Saison am Ende zwei Punkte mehr holte als der damit entthronte viermalige Champion Max Verstappen. Doch mit dem Titel kommen auch neue Herausforderungen und Erwartungen.

Der Vergleich mit den Legenden

Lando Norris ist der 35. Weltmeister in der langen Geschichte der Formel 1. In diesem Jahrtausend sicherten sich in 25 Jahren acht Fahrer vor ihm den Titel, darunter wahre Seriensieger. Michael Schumacher legte nach seinen Triumphen 1994 und 1995 ab dem Jahr 2000 fünf weitere Titel nach. Es folgten Fernando Alonso mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen und Sebastian Vettel, der von 2010 bis 2013 alles abräumte. Die Ära von Lewis Hamilton brachte sechs Titel in sieben Jahren, bevor Max Verstappen von 2021 bis 2024 die Fahrer-Weltmeisterschaft dominierte.

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„Ich kann nicht sagen, was sie gedacht haben, was Michael und all die anderen gedacht haben“, erklärt Norris. „Ich denke, es ist ziemlich klar, dass ich eine andere Mentalität und eine andere Herangehensweise habe als Max. Ob das gut oder schlecht ist, entscheidet selbst!“ Schon nach seinem WM-Gewinn im vergangenen Jahr in Abu Dhabi hatte der Brite nicht ohne Stolz betont, dass er den Titel „auf seine Weise“ gewonnen habe.

Vorbilder und eigene Wege

Norris verkörpert den netten Typ von nebenan, der dennoch ganz oben mitspielt. Sein Landsmann Jenson Button war ein ähnlicher Gentleman-Racer, der 2009 die Weltmeisterschaft gewann. Dann gibt es Kimi Räikkönen, der trotz aller nachfolgenden Versuche bis heute der letzte Ferrari-Weltmeister bleibt. Der Finne war auf der Strecke gnadenlos, scherte sich aber wenig um den Rummel und schaffte es nach seinem Triumph 2007 kein zweites Mal.

Ein besonderes Beispiel ist Nico Rosberg. Er lieferte sich ein heftiges Mercedes-Stallduell inklusive Crashs und Strafzahlungen mit Lewis Hamilton und durchbrach 2016 die Phalanx des Briten. „Ich habe jetzt meinen Kindheitstraum erreicht. Und es war immer klar, dass ich Rennfahrer bin, um einmal Weltmeister zu werden. Und das ist mir gelungen.“ Noch im Auto fällte Rosberg damals die Entscheidung: Rücktritt. Mit nur 31 Jahren beendete er seine Formel-1-Karriere.

Die Zukunft und der Druck

Lando Norris hat noch viele Jahre vor sich. In dieser Saison beginnen alle Teams aufgrund einer großen Regelreform mit komplett neuen Autos praktisch bei null. Klar ist jedoch: Auf Norris lastet nun der Druck des Titelverteidigers. Seine Hoffnung: „Dass es ein bisschen Extra-Respekt gibt wegen des WM-Gewinns, weil die Leute wissen, was es dafür braucht.“ Ob die Konkurrenz, angefangen bei seinem Teamkollegen Oscar Piastri, das genauso sieht, bleibt abzuwarten.

Norris versichert, dass er weiter versuchen werde, so viele Weltmeisterschaften wie möglich zu gewinnen. Gleichzeitig sagt er aber auch: „Wenn ich es nie mehr schaffe, werde ich auch glücklich sein.“ Der Brite ist nun der Gejagte in der Formel 1, doch sein Lächeln und seine besondere Herangehensweise bleiben seine Markenzeichen in einer Welt voller Geschwindigkeit und Erwartungen.

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