Verstappen attackiert Formel-1-Regeln: »Das ist nicht Formel 1, sondern Formel E auf Steroiden«
Der niederländische Rennfahrer Max Verstappen hat bei den Testfahrten in Bahrain massive Kritik an den neuen Regeln der Formel 1 für die Saison 2026 geäußert. Der viermalige Weltmeister von Red Bull bezeichnete die Veränderungen als fundamentalen Bruch mit dem Charakter der Königsklasse des Motorsports.
»Als Vollblut-Fahrer genieße ich es, wenn ich voll fahren kann«
»Es fühlt sich nicht mehr wie Formel 1 an, eher wie Formel E auf Steroiden«, sagte der 28-Jährige in deutlichen Worten. »Als Vollblut-Fahrer genieße ich es, wenn ich voll fahren kann und im Moment kann man das nicht. Für mich ist das einfach nicht Formel 1.« Verstappens Hauptkritikpunkt richtet sich gegen das neue Antriebskonzept, bei dem der klassische Verbrennungsmotor nur noch 50 Prozent der Leistung liefert und der Rest aus einer Batterie kommt.
Die weitreichenden Regeländerungen, die ab dieser Saison gelten, umfassen mehrere Neuerungen:
- Kleinere und leichtere Fahrzeuge
- Angepasste Aerodynamik
- Hybrider Antrieb mit 50 Prozent elektrischer Leistung
- Boost-Knopf für Überholmanöver
Hamilton unterstützt Verstappens Kritik
Verstappen ist mit seiner Kritik nicht allein. Rekordweltmeister Lewis Hamilton von Ferrari schaltete sich ebenfalls in die Diskussion ein. »Du brauchst ein Diplom, um alles zu verstehen«, sagte der 41-jährige Brite. »Die Fans werden es nicht kapieren, wie viel von dem Energie-Management dem Fahrer und der Software überlassen ist.« Hamilton ging sogar noch weiter und stellte fest: »Wir sind langsamer als die Formel 2 momentan.«
Für Verstappen bedeutet das neue System des Energie-Managements »Anti-Racing«, weil er nicht mehr die ganze Zeit Vollgas geben kann. »Es geht nur noch um Energieeffizienz und Management«, beschwerte sich der Red-Bull-Pilot, der damit den Kern seiner Kritik auf den Punkt brachte.
Norris kontert mit Rücktrittsforderung
Verstappen räumte selbst ein, dass »viele Leute nicht glücklich mit dem sein« werden, »was ich hier sage«. Der erwartete Konter kam prompt von seinem aktuellen Rivalen Lando Norris von McLaren, der Verstappen im Vorjahr in einem spannenden Saisonfinale entthront hatte. »Wenn er zurücktreten will, dann kann er ja zurücktreten«, sagte der amtierende Weltmeister.
Tatsächlich ließ Verstappen die Möglichkeit eines Rücktritts zumindest im Raum stehen. »Wir werden sehen«, sagte er über seine Zukunft in der Formel 1. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Niederländer immer wieder mit einem möglichen Abschied kokettiert – stets unter der Bedingung, dass er keinen Spaß mehr im Sport findet.
Alternative in GT3-Rennen?
Schon jetzt spekulieren Beobachter, ob Verstappen bald für sein eigenes GT3-Team fahren könnte. Der Pilot selbst äußerte sich dazu mit den Worten: »Wenigstens kann ich dort Vollgas fahren, ohne auf meine Batterie achten zu müssen.« Diese Aussage unterstreicht seine grundsätzliche Ablehnung des neuen Energie-Management-Systems in der Formel 1.
Die technischen Neuerungen für 2026, die eigentlich mehr Spannung und direkte Duelle auf der Strecke bringen sollen, sorgen somit für erhebliche Kontroversen im Fahrerlager. Während die Verantwortlichen auf nachhaltigere und spannendere Rennen setzen, fürchten traditionsbewusste Piloten wie Verstappen und Hamilton um den ursprünglichen Charakter des Sports.



