Ergreifende Szene auf dem Nürburgring nach tödlichem Rennunfall
Es waren bewegende und schwere Minuten, die sich auf dem Nürburgring abspielten. Weniger als 20 Stunden nach dem Horrorunfall, der dem 66-jährigen finnischen Rennfahrer Juha Miettinen das Leben gekostet hatte, versammelte sich die gesamte Motorsportfamilie zu einer ergreifenden Gedenkzeremonie. Die Stimmung war von tiefer Betroffenheit geprägt, als sich Fahrerkollegen, Teams und Fans zu einer Schweigeminute erhoben.
Verstappens Anteilnahme und bewegende Worte
Max Verstappen schritt mit ernstem Gesicht und gemeinsam mit allen anderen Piloten zum Team des verstorbenen Juha Miettinen. Der viermalige Formel-1-Weltmeister zeigte sich sichtlich bewegt von den tragischen Ereignissen. Bereits am Abend zuvor hatte er auf Instagram geschrieben: „Geschockt über das, was heute passiert ist... Motorsport ist etwas, das wir alle lieben, aber in Zeiten wie diesen werden wir daran erinnert, wie gefährlich er sein kann.“
Vor dem Rennen sprach ein Pfarrer bewegende Worte und zitierte dabei Verstappens Äußerungen. Der 28-jährige Niederländer drückte während der Zeremonie der Familie von Miettinen sein aufrichtiges Beileid aus und reihte sich in die Trauergemeinschaft ein. Auch sein Mercedes-AMG GT3 trug als Zeichen der Anteilnahme Trauerflor.
Tragischer Unfallverlauf und erfolglose Rettungsversuche
Der verheerende Unfall ereignete sich während des ersten von zwei Qualifying-Rennen für die 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, die Mitte Mai stattfinden sollen. Bei dem Massencrash waren insgesamt sieben Fahrzeuge involviert. Juha Miettinen wurde nach der Bergung ins Medical Center an der Strecke gebracht, wo alle Reanimationsversuche erfolglos blieben.
Der erfahrene Finne galt in der Szene als versierter Pilot auf der legendären und anspruchsvollen Nordschleife. Er war jahrelang sowohl in der Rundstrecken-Challenge Nürburgring als auch in der Nürburgring-Langstrecken-Serie aktiv und startete laut Angaben des Magazins „auto, motor und sport“ in seiner achten Saison gemeinsam mit dem Schweden Dan Berghult im BMW 325i.
Reaktionen der Motorsportgemeinschaft
Neben Verstappen kondolierte auch der 19-jährige Formel-1-Spitzenreiter Kimi Antonelli von Mercedes der Familie des Verstorbenen via sozialer Netzwerke. Der Sprecher auf der Rennstrecke in der Eifel hatte während der Durchsagen eine stockende Stimme, und eine spürbare Schwere lag über dem gesamten Feld, bevor das Rennen beginnen sollte.
Der Qualifier am Samstag war nach dem frühen Crash abgebrochen worden. Max Verstappen, der sich bei diesem Ausflug auf die Langstrecke eigentlich Fahrspaß nach viel Regelfrust in der Formel 1 holen wollte, war in diesem Rennen gar nicht zum Einsatz gekommen – Lucas Auer hatte in der Anfangsphase am Steuer gesessen.
Sicherheitsmaßnahmen und weitere Details
Mehrere Rettungswagen waren zu der Unglücksstelle in der Passage Klostertal ausgerückt. Der Livestream des über vier Stunden angesetzten Rennens wurde umgehend gestoppt. Alle beteiligten Piloten wurden zur vorsorglichen Untersuchung ins Medical Center sowie in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Die Rennleitung gab etwa zwei Stunden nach dem Unfall Entwarnung: Für keinen der Beteiligten bestehe Lebensgefahr. Der Wagen mit der Startnummer 3 von Lucas Auer und Max Verstappen war nicht in den Unfall verwickelt gewesen. Vor den ergreifenden Minuten der Trauer hatte sich Verstappen noch angeregt mit Polesetter Thierry Vermeulen unterhalten – dem Sohn seines Managers Raymond Vermeulen.



