Bø enttäuscht von deutschem Biathlon: Norweger sieht Deutschland abgehängt
Bø enttäuscht: Deutscher Biathlon abgehängt

Norwegischer Rekordmeister enttäuscht vom deutschen Biathlon

Der fünffache Olympiasieger Johannes Thingnes Bø hat sich enttäuscht über die Leistungen des deutschen Biathlon-Teams bei den Winterspielen in Italien geäußert. In einem Interview mit Sport1 sagte der 32-jährige Norweger: "Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen. Sowohl die Damen als auch die Herren waren nicht gut genug." Bø, der als langjähriger Dominator der Szene gilt, sieht Deutschland im Biathlon von der Konkurrenz abgehängt.

Historisches Negativergebnis droht

Bislang konnten die deutschen Biathleten und Biathletinnen in Antholz nur eine einzige Medaille gewinnen – eine Bronzemedaille in der Mixed-Staffel. Vor den abschließenden Massenstarts am Samstag steuert das Team damit auf ein historisches Negativergebnis zu. Bø führt aus, dass Norwegen und Frankreich inzwischen einen großen Vorsprung auf andere Nationen wie Deutschland haben. "Es ist traurig zu sehen, dass Deutschland nur eine Bronzemedaille gewonnen hat, weil es ein wichtiges Land für den Biathlon-Sport ist", so der Rekordweltmeister.

Letzte Chance für deutsche Männer

Um 14.15 Uhr haben die deutschen Männer im Massenstart ihre letzte Gelegenheit, noch eine Medaille zu erringen. Experten räumen ihnen jedoch nur Außenseiterchancen ein, die Favoritenrolle liegt bei den Teams aus Frankreich und Norwegen. Bø betont, dass für eine Rückkehr oder zumindest den Anschluss an die Weltspitze "irgendeine Art von Veränderung" nötig sei.

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Hoffnungsträgerin Franziska Preuß

Trotz der allgemeinen Enttäuschung traut Bø der deutschen Biathletin Franziska Preuß noch eine Medaille in ihrem letzten olympischen Karriererennen am Samstag zu. "Ich glaube an eine Medaille für Franzi im Massenstart, das tue ich wirklich", sagte der Norweger. Preuß war bisher die tragische Figur im deutschen Team mit bitteren Fehlern im Schießen, doch Bøs Worte könnten ihr einen Motivationsschub geben.

Weitere Olympia-Highlights des Tages

Neben dem Biathlon stehen am heutigen Wettkampftag mehrere Medaillenentscheidungen an:

  • 13.10 Uhr: Ski Freestyle, Skicross (Frauen)
  • 14.15 Uhr: Biathlon, 15 km Massenstart (Männer)
  • 16.30 Uhr: Eisschnelllauf, 1500 m (Frauen)
  • 20.28 Uhr: Ski Freestyle, Halfpipe (Männer)
  • 21.29 Uhr: Shorttrack, Staffel (Männer)
  • 22.03 Uhr: Shorttrack, 1500 m (Frauen)

Kurioses vom Vortag

Am Donnerstag sorgte eine skurrile Szene im Eisschnelllauf für Aufsehen. Als der niederländische Läufer Joep Wennemars mit olympischem Rekord ins Ziel kam, jubelte sein Vater Erben Wennemars so heftig, dass er dabei versehentlich die Brille eines Volunteers zerstörte. TV-Bilder zeigen, wie sich der ehemalige Eisschnellläufer, der selbst zwei Bronzemedaillen bei den Winterspielen 2006 gewann, mehrfach entschuldigte.

Kritik an Olympia-Organisation

Der frühere Skifahrer und ARD-Experte Felix Neureuther kritisierte die weiten Wege zwischen den Wettkampfstätten in Norditalien. "Es war sehr separiert, und da ist nicht die Olympia-Stimmung aufgekommen, die sich viele erhofft hatten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Schlechte Nachrichten für Neureuther: Auch die Organisatoren der Winterspiele 2030 in den französischen Alpen planen eine dezentrale Austragung.

Der Olympiatag verspricht also spannende Wettkämpfe und kontroverse Diskussionen – mit dem deutschen Biathlon-Team im Fokus der Enttäuschung, aber auch mit einem Funken Hoffnung durch Franziska Preuß.

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