Betrugsvorwürfe bei Olympia: Die Schummel-Spots der Winterspiele in Italien
Betrugsvorwürfe bei Olympia: Schummel-Spots in Italien

Betrugsvorwürfe bei Olympia: Die Schummel-Spots der Winterspiele in Italien

Die Olympischen Winterspiele in Italien werden nicht nur von sportlichen Höchstleistungen, sondern auch von einer Reihe von Betrugsvorwürfen und kontroversen Diskussionen begleitet. Von Curling über Langlauf bis hin zum Skispringen gibt es in Cortina d'Ampezzo und anderen Austragungsorten immer wieder Streitigkeiten und Verdächtigungen. Die Frage, wie sauber die Spiele tatsächlich sind, beschäftigt Athleten, Verbände und Zuschauer gleichermaßen. Welche Sportarten und Nationen stehen besonders im Fokus der Kritik? Ein detaillierter Überblick über die umstrittenen Vorfälle.

Kanadas Curler und der umstrittene „Double-Touch“

Einer der größten Aufreger der bisherigen Spiele war der Streit zwischen den kanadischen und schwedischen Curlern. Die Skandinavier warfen dem Kanadier Marc Kennedy vor, den Stein während des Abspiels mehrfach und damit regelwidrig berührt zu haben. Ein hitziges Wortgefecht folgte, und im Internet kursierende Videos sollten Beweise für den Vorwurf liefern. Die deutschen Curler zeigten sich von der Kontroverse weitgehend unbeeindruckt. „Ich glaube, das ist einfach in seiner Abgabe drin. Uns ist es noch nie aufgefallen“, erklärte Felix Messenzehl. Man wisse zudem nicht, ob eine doppelte Berührung tatsächlich einen Vorteil bringe, daher beschäftige man sich nicht weiter damit.

Doppelberührungen des Steins sind im Curling strikt verboten. Der Weltverband sah den Vorfall kritischer und verwarnte Marc Kennedy mündlich wegen seiner Wortwahl. Auch der kanadischen Curlerin Rachel Homan wurde gegen die Schweiz eine Doppelberührung vorgeworfen, woraufhin einer ihrer Steine aus dem Spiel genommen wurde. Das Thema sorgte weiter für Wirbel. Der Verband ließ die Abgaben zunächst strenger kontrollieren, schwächte die Regel jedoch schnell wieder ab: Die dafür vorgesehenen Schiedsrichter sollten nun nur noch auf Antrag der beteiligten Teams die Abgaben überwachen.

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Proteste um eine Wachsmaschine im Langlauf

Norwegens Langlauf-Team nutzte während des Sprint-Vorlaufs eine sonst verbotene Wachsmaschine im Servicebereich, was dem Weltverband Fis heftige Kritik einbrachte. Dieser hatte den Skandinaviern eine Ausnahmegenehmigung erteilt, andere Nationalteams jedoch nicht über diese Möglichkeit informiert. Der norwegische Topathlet Johannes Hoesflot Klaebo sicherte sich Gold, während Finnland Protest einlegte – laut Weltverband allerdings nicht fristgerecht und daher erfolglos. „Das sei ein ganz klares Versagen der Fis-Verantwortlichen – zum wiederholten Male“, monierte der deutsche Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder.

Auch bei der Langlauf-Staffel der Männer sorgten die Norweger für Aufsehen. Ein Servicetechniker führte kurz vor Rennstart auf der bereits gesperrten Loipe noch einen Skitest durch. Der Weltverband reagierte vergleichsweise glimpflich und zog den Skandinaviern für den Team Sprint lediglich einen Servicemann ab.

Norwegen seit Anzug-Skandal unter besonderer Beobachtung

Die Norweger, seit Jahrzehnten eine Großmacht im Wintersport und auch in Italien im olympischen Medaillenspiegel an der Spitze, stehen ohnehin unter besonderer Beobachtung. Bei der nordischen Ski-WM in ihrer Heimat hatten sie 2025 Anzüge ihrer Skispringer manipuliert und für einen heftigen Eklat gesorgt. Zudem stehen norwegische Sportler immer wieder im Verdacht, das Doping-Kontrollsystem auszutricksen, wie in einem Beitrag der ARD-„Sportschau“ berichtet wurde. Ihnen wird der missbräuchliche Gebrauch von Asthma-Mitteln vorgeworfen, die leistungssteigernd sein könnten und durch Ausnahmegenehmigungen vergleichsweise einfach zu erhalten sind.

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Große Schuhe und mögliche Penis-Tricks im Skispringen

Auch bei den Spielen in Italien stand die Kleidung der Skispringer bereits im Fokus. Der Österreicher Daniel Tschofenig wurde beim Springen auf der Großschanze in Predazzo nicht etwa wegen eines regelwidrigen Anzugs disqualifiziert, sondern wegen einer nicht zulässigen Schuhgröße. Die Regeln des Weltverbands Fis zur Vermessung der Athleten und der damit verbundenen Bestimmung der Größe ihrer Anzüge sind jedoch auch in Norditalien immer wieder Thema. „Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband auf mögliche Penis-Tricksereien angesprochen. Daher müsse man handeln.

Während der Vierschanzentournee rund um den Jahreswechsel hatte die „Bild“ berichtet, es solle Sportler geben, die für ein paar Millimeter mehr Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen hätten, um vor der Messung ihren Penis aufzuspritzen. Denn: Je mehr Stoff an der richtigen Stelle, desto mehr Auftrieb ist möglich.

Punktrichter-Ärger im Eiskunstlauf

Das deutsche Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel haderte schon nach dem Kurzprogramm mit den Bewertungen der Punktrichter – und legte nach der Kür mit Kritik noch einmal nach. Es habe bei diesen Spielen „ein paar zu hinterfragende Entscheidungen“ gegeben, sagte Kunkel. Gemeint gewesen sein dürfte damit auch die umstrittene Eistanz-Entscheidung zugunsten der Franzosen Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron, bei der die französische Preisrichterin Jézabel Dabouis deutlich vom Jury-Durchschnitt abgewichen war und so für reichlich Empörung gesorgt hatte.

Wären sie ihr Programm während der ganzen Saison schon dreimal so gelaufen, hätten sie womöglich zehn oder fünf Punkte mehr bekommen, mutmaßte der 26-jährige Kunkel mit Blick auf die eigene Performance im Paarlauf. Laut Partnerin Hocke, mit der Kunkel letztlich auf Platz zehn gelandet war, handelt es sich um ein generelles Olympia-Dilemma. Es sei schon öfter vorgekommen, dass das beste Programm des Tages nicht die meisten Punkte bekommen habe. „Ich glaube, das ist ein Problem im Eiskunstlaufen, was wir alle kennen, dass die Saison mitbewertet wird, der Name mitbewertet wird und eben nicht nur der Tag.“