Curling-Skandal: Extra-Schiedsrichter überwacht kanadische Mannschaft nach Schummelvorwürfen
Im internationalen Curling geht der Wirbel um mutmaßliche Regelverstöße weiter. Nach neuen Schummelvorwürfen gegen Kanadas Curling-Frauen haben die Verantwortlichen des Weltverbands reagiert: Das Team wird künftig bei jedem Spiel besonders intensiv überwacht – mit einem zusätzlichen Beobachter direkt an der sogenannten Hog Line, wo der Stein losgelassen werden muss.
Vorfall gegen die Schweiz löst Kontrollmaßnahmen aus
Hintergrund der ungewöhnlichen Maßnahme ist ein Vorfall im Duell gegen die Schweiz. Dort hatte die kanadische Spielerin Rachel Homan den Stein beim Abwurf zweimal berührt – ein klarer Regelverstoß im Curling. Laut offiziellem Regelwerk darf der Stein nur einmal sauber losgelassen werden. Jede zweite Berührung kann zur sofortigen Entfernung des Steins führen, was im Spiel gegen die Schweiz auch tatsächlich geschah.
Doch es blieb nicht bei diesem einen Verdacht. Bereits zuvor hatten verschiedene Gegner ähnliche Zweifel an der regelkonformen Ausführung der kanadischen Mannschaft geäußert. Die Situation eskalierte, als im Spiel gegen die Schweiz ein kanadischer Stein aus dem Spiel genommen werden musste, nachdem Homan bei der Doppelberührung eindeutig erwischt worden war.
Weltverband setzt auf zusätzliche Überwachung
Der Weltverband reagierte darauf mit einer außergewöhnlichen Maßnahme: Beim folgenden Spiel gegen China tauchte plötzlich ein zusätzlicher Offizieller auf, der ausschließlich darauf achtete, ob der Stein nicht doch doppelt berührt worden war. Diese spezielle Überwachung soll nun bei allen weiteren Spielen der kanadischen Mannschaft fortgesetzt werden.
Aus dem kanadischen Lager heißt es dazu, man halte sich selbstverständlich an die Regeln und bestreite jede absichtliche Regelverletzung. Die Spielerinnen betonen, dass es sich bei den Vorwürfen um unglückliche Zufälle handele.
Internationale Reaktionen und Verbesserungsvorschläge
Der schwedische Nationalmannschaftskapitän Fredrik Lindberg begrüßt grundsätzlich das Vorgehen des Weltverbands, äußert aber auch Kritik: „Ein System mit speziellen Schiedsrichtern oder einer Art Videobeweis wäre besser gewesen. Oder man hätte die elektronischen Griffe mit mehr Funktionen ausgestattet. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, diese Chips, die wir jetzt in Fußbällen haben, im Curling einzusetzen. Aber es muss ein reibungsloses System sein, das das Spiel nicht beeinträchtigt.“
Die Diskussion um faire Spielbedingungen im Curling wird durch diesen Vorfall neu entfacht. Experten fordern langfristige Lösungen, die über die temporäre Einsetzung zusätzlicher Schiedsrichter hinausgehen. Technische Hilfsmittel wie Sensoren in den Steinen oder Kamerasysteme werden als mögliche Alternativen diskutiert, um Regelverstöße objektiv und zuverlässig feststellen zu können.
Die kanadische Mannschaft muss sich nun unter besonderer Beobachtung beweisen, während der Weltverband unter Druck steht, dauerhafte Lösungen für faire Wettkampfbedingungen zu finden. Die kommenden Turniere werden zeigen, ob die zusätzliche Überwachung ausreicht, um Vertrauen in die Integrität des Sports wiederherzustellen.



