Deutsche Para-Athleten glänzen mit Dreifach-Silber bei Paralympics in Italien
Ein herausragender Wettkampftag für das deutsche Team bei den Paralympics in Italien! Im Para-Langlauf gab es gleich drei Medaillen für deutsche Athleten. Sebastian Marburger (28) und die sehbehinderte Leonie Maria Walter (22) holten beide Silber im Klassik-Sprint in Tesero. Zusätzlich sicherte sich Linn Kazmaier (19) im selben Wettbewerb der Sehbehinderten die Bronzemedaille.
Emotionale Momente und beeindruckende Leistungen
Für Sebastian Marburger war der Erfolg besonders emotional. Der Athlet, der 2020 nach einem Motorradunfall sein rechtes Bein verlor, reiste trotz eines schweren Infekts nach Italien. „Ich bin einfach so happy mit diesem Ergebnis und mit dem, was jetzt so vorgefallen ist. Normalerweise hätte ich heute in meinem Gesundheitszustand gar nicht starten dürfen“, erklärte der überglückliche Deutsche nach dem Zieleinlauf.
Fast zeitgleich sorgte die fünfmalige Paralympics-Siegerin und deutsche Fahnenträgerin Anna-Lena Forster (30) in Cortina für weiteren Medaillenglanz. Die gebürtige Radolfzellerin holte in der Super-Kombi (Super-G und Slalom) Silber hinter der Spanierin Audrey Pascual Seco (21). Forster hatte bereits am Samstag die bisher einzige Goldmedaille für Deutschland im Mono-Ski gewonnen.
IPC-Entscheidung beeinflusst Medaillenvergabe
Dass es am vierten Wettkampftag kein weiteres Gold für Deutschland gab, liegt auch an kontroversen Entscheidungen des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Das Komitee hatte Athleten aus Russland und Belarus im Vorfeld Wild-Cards für die Paralympics ausgehändigt – eine Entscheidung, die weltweit für Empörung sorgte.
Infolgedessen musste sich Sebastian Marburger bei seinen ersten Winterspielen nur um 2,4 Sekunden dem Belarussen Raman Svirdzenka (21) geschlagen geben. Auch Leonie Maria Walter lag mit ihrem Guide Christian Krasmann hinter einem russischen Duo (Anastasia Bagiian und Sergei Siniakin).
Beeindruckende Leistungen und persönliche Geschichten
Kathrin Marchand (35) verpasste bei ihrer Winter-Premiere hauchdünn das Podium. Die Kölnerin, die als Ruderin bereits zweimal bei Olympischen Spielen und einmal bei den Sommer-Paralympics am Start gewesen war, lief im Klassik-Sprint beim Sieg der Norwegerin Vilde Nilsen mit nur 1,9 Sekunden Rückstand auf einen beachtlichen vierten Rang. Marchand hatte vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitten und kämpfte sich zurück in den Spitzensport.
Die deutschen Para-Athleten zeigen mit ihren Leistungen nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch beeindruckende Willensstärke und Durchhaltevermögen. Ihre Erfolge bei den Paralympics in Italien sind ein starkes Signal für Inklusion und Gleichberechtigung im Sport.



