Deutsche Paralympics-Mannschaft nimmt an Schlussfeier teil - Kein Boykott
Deutsche Paralympics-Mannschaft bei Schlussfeier dabei

Deutsche Paralympics-Mannschaft verzichtet auf Boykott der Schlussfeier

Nachdem die deutsche Delegation der Eröffnungszeremonie der Paralympischen Winterspiele ferngeblieben war, wird sie nun bei der abschließenden Feier am Sonntag im Curling Stadium von Cortina d'Ampezzo vollständig vertreten sein. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat in einer offiziellen Stellungnahme gegenüber der Sport-Informations-Dienst (SID) erklärt, dass das Team Deutschland bewusst auf einen weiteren Boykott verzichtet.

Entscheidung nach intensiver Abstimmung

"In enger Abstimmung mit unserem gesamten Team haben wir bereits im Vorfeld der Spiele und zu deren Beginn deutliche Zeichen gesetzt", teilte der DBS mit. "Jetzt ist es uns ein wichtiges Anliegen, unsere Athletinnen und Athleten dabei zu begleiten, am Sonntag im Curling-Stadion von Cortina gemeinsam einen emotionalen und würdigen Abschluss dieser bedeutenden Winterspiele zu erleben."

Die Entscheidung für die Teilnahme an der Schlussfeier steht im Kontrast zum Verhalten während der Eröffnungsfeier im Amphitheater von Verona am vergangenen Freitag. Damals war Deutschland wie zahlreiche andere Nationen der Zeremonie ferngeblieben. Der DBS hatte diese Entscheidung damals mit zwei Hauptgründen erklärt:

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  • Die notwendige Konzentration auf die unmittelbar bevorstehenden Wettkämpfe
  • Das Anliegen, eine solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen

Politische Zeichen während der Wettkämpfe

Während der Paralympischen Winterspiele in Norditalien hatten deutsche Athleten bereits politische Positionen bezogen. Besonders deutlich wurde dies bei der Skilangläuferin Linn Kazmaier und ihrem Guide Florian Baumann, die bei einer Siegerehrung ein klares Zeichen gegen die umstrittene Wiederzulassung Russlands unter eigener Flagge setzten.

Das Duo hatte während der Ehrung der russischen Goldmedaillengewinnerin Anastasija Bagijan demonstrativ Abstand gehalten, ihre Mützen nicht abgenommen und anschließend das übliche Sieger-Selfie verweigert. Diese Wiederzulassung war von zahlreichen Teilnehmern der Winterspiele scharf kritisiert worden.

"Wir stehen uneingeschränkt an der Seite unserer Athletinnen und Athleten und unterstützen sie in ihrer Haltung – sowohl in der Vorbereitung auf die Paralympischen Spiele als auch während der Wettkämpfe selbst", betonte der DBS in seiner aktuellen Stellungnahme.

Unterschiedliche Teilnahmebedingungen bei den Feiern

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Eröffnungs- und Schlussfeier besteht in den Teilnahmemöglichkeiten für die Athleten. Während bei der Eröffnungszeremonie in der antiken Arena von Verona lediglich zwei Athletinnen oder Athleten sowie zwei Offizielle pro Nation einlaufen durften, sind bei der Schlussfeier im Curling Stadium von Cortina alle Teilnehmer zugelassen.

Dies betrifft insbesondere die Athleten aus beiden Hauptclustern der Winterspiele:

  1. Cortina-Cluster mit den Sportarten Ski Alpin, Snowboard und Rollstuhlcurling
  2. Tesero-Cluster mit den Disziplinen Biathlon und Skilanglauf

Die Schlussfeier markiert damit nicht nur das offizielle Ende der Paralympischen Winterspiele 2026, sondern bietet auch die Gelegenheit für einen gemeinsamen, versöhnlichen Abschluss aller teilnehmenden Nationen nach einer von politischen Diskussionen geprägten Veranstaltung.

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