Deutsches Para-Team boykottiert Athletenparade bei Paralympics aus Protest gegen Russland
Deutsches Para-Team boykottiert Paralympics-Eröffnung

Deutsches Para-Team bleibt Athletenparade bei Paralympics fern

Aus Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge wird das deutsche Paralympics-Team bei der Eröffnungsfeier in Verona nicht an der traditionellen Athletenparade der Nationen teilnehmen. Diese Entscheidung gab der Deutsche Behindertensportverband (DBS) nur drei Tage vor dem Start der Paralympics in Italien bekannt.

Solidarität mit der Ukraine als Beweggrund

In einer offiziellen Stellungnahme betonte der DBS, dass diese Maßnahme sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe diene als auch die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck bringen solle. Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren gegen eine russische Invasion, bei der Belarus als militärischer Verbündeter auftritt.

Allerdings wird das Team Deutschland Paralympics an den sogenannten Pre-Recordings teilnehmen – also an den im Vorfeld aufgezeichneten Aufnahmen, die während der Eröffnungsfeier gezeigt werden. Dies wurde vom Verband ausdrücklich klargestellt.

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Internationale Proteste gegen IPC-Entscheidung

Bereits zuvor hatten sowohl die Ukraine als auch Estland angekündigt, der gesamten Eröffnungsfeier aus Protest fernbleiben zu wollen. Hintergrund ist die kontroverse Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) vom vergangenen September, die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und Belarus aufzuheben.

Durch diese Entscheidung dürfen Athleten aus beiden Ländern wieder unter ihrer Nationalflagge starten – ein Status, der bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina nur für Einzelsportler aus Russland im neutralen Status möglich gewesen war.

Kritik an der Zulassung russischer Sportler

Der Deutsche Behindertensportverband übte deutliche Kritik an der Zulassung von Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus für das Event in Mailand und Cortina. In seiner Stellungnahme betonte der Verband: „Gerade in herausfordernden Zeiten bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, die Paralympischen Werte sichtbar zu leben und die Integrität des Sports entschlossen zu schützen.“

Diese Positionierung unterstreicht die anhaltenden Spannungen im internationalen Sport, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst wurden. Während einige Nationen wie Deutschland symbolische Proteste durchführen, gehen andere wie die Ukraine und Estland mit einem kompletten Boykott der Eröffnungsfeier deutlich weiter.

Die Paralympics in Italien stehen somit nicht nur im Zeichen sportlicher Höchstleistungen, sondern auch im Schatten politischer Kontroversen und humanitärer Solidaritätsbekundungen.

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