Deutsches Team startet mit Medaillenregen bei Winter-Paralympics in Italien
Deutsches Team glänzt mit Medaillen bei Paralympics

Deutsches Team startet mit Medaillenregen bei Winter-Paralympics in Italien

Das deutsche Team hat bei den Winter-Paralympics in Italien einen glänzenden Auftakt hingelegt und bereits in den ersten Tagen mehrere Medaillen gesammelt. Besonders die Frauen zeigten starke Leistungen und trugen maßgeblich zum Erfolg bei.

Gold für Anna-Lena Forster und Silber für Anja Wicker

Anna-Lena Forster sorgte für den ersten Höhepunkt, als sie in der Abfahrt auf der berühmten Tofana-Piste in Cortina d'Ampezzo Gold gewann. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,05 Sekunden vor der Spanierin Audrey Pascual Seco sicherte sich die 30-jährige Zollbeamtin ihren fünften Paralympics-Sieg. "Das ist so geil, jetzt diese Medaille gerade in der Abfahrt in der Hand zu haben. Ich freue mich einfach riesig", sagte Forster nach dem Rennen. Im Deutschen Haus wurde sie mit großem Tamtam gefeiert, inklusive Kuhglockengeläut und Jubelrufen.

Im Biathlon konnte Anja Wicker aus Stuttgart ebenfalls überzeugen. Nach Bronze im Sprint am Vortag holte sie im Einzelrennen Silber und damit ihre fünfte Paralympics-Medaille. "Unglaublich. Davon träumt man. Zwei Rennen, zwei Medaillen. Ich muss mich kneifen", kommentierte die 34-Jährige, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist. Trotz eines Schießfehlers und einer Strafminute lag sie am Ende nur 12,8 Sekunden hinter der siegreichen Südkoreanerin Yunji Kim.

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Bronze für Johanna Recktenwald und Marco Maier

Johanna Recktenwald komplettierte den erfolgreichen Tag für das deutsche Team. Die sehbehinderte Biathletin gewann mit Guide Emily Weiss Bronze im Einzelrennen und feierte damit ihre erste paralympische Medaille. "Es ist ein Riesentraum, der in Erfüllung geht", sagte die 24-Jährige sichtlich gerührt. Ihre Teamkollegin Leonie Walter, die am Vortag noch Bronze im Sprint geholt hatte, landete auf Platz fünf.

Marco Maier sorgte als einziger deutscher Mann für Medaillen. Der 26-Jährige, der wegen verkürzter Finger an der linken Hand nur mit einem Stock startet, holte nach Bronze im Sprint auch im Einzelrennen die Bronzemedaille. "Ich hätte nie gedacht, dass ich gleich hintereinander zwei Medaillen gewinne, gerade weil ich vorher krank war", erklärte Maier, der bei frühlingshaften Temperaturen in kurzer Hose und T-Shirt antrat.

Bitteres Ende für Andrea Eskau und Unterstützung aus der Politik

Bitter endete das Rennen für Andrea Eskau. Bei ihren neunten und letzten Winter-Paralympics blieb die 54-Jährige in der sitzenden Klasse als einzige Athletin fehlerfrei, wurde jedoch wegen einer nicht korrekt genommenen Wende disqualifiziert. "So ist es im Leben – manchmal hat man kein Glück, und dann kommt manchmal noch Pech dazu", nahm sie es mit Humor.

Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) war vor Ort und feierte mit den Athleten. "Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, mit dabei zu sein, diesen Moment hautnah mitzuerleben - und war ja haarscharf und hochgradig spannend", sagte sie. Sie lobte insbesondere Anna-Lena Forster: "Sie ist ein unglaublich positiver Mensch und natürlich auch ganz erfahren. Es ist immer sehr berührend, das mitzubegleiten und im Austausch mit den Athleten zu sein."

Forster blickt nun entspannt auf ihre weiteren Starts, beginnend mit dem Super-G am Montag. "Ich glaube schon, dass es hilft, dass die Goldmedaille da ist und ich weiß, dass ich mich hier wohlfühle. Ich mache einfach so weiter, wie ich heute angefangen habe von meinem Gefühl her und dann schauen wir, was noch rausspringt", sagte sie.

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