Forster kritisiert Paralympics-Eröffnung: 'Sehr viel geht verloren'
Forster kritisiert Paralympics-Eröffnung

Forster kritisiert Paralympics-Eröffnung: 'Sehr viel geht verloren'

Die Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele in Verona sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen und erhitzt die Gemüter. Anna-Lena Forster, die viermalige Goldmedaillengewinnerin und deutsche Fahnenträgerin, übt nun deutliche Kritik an den Veranstaltern und dem Umgang mit den Parasportlern.

Kritik an der Organisation

Bei der Auftakt-Pressekonferenz des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) äußerte Forster ihr Unverständnis über die Abläufe. 'An der Stelle will ich auch mal Kritik an den Veranstaltern äußern', sagte die 30-jährige Monoskifahrerin aus Radolfzell. 'Es ist sehr schade, dass es nicht geschafft wurde, es wie bei Olympia zu machen, dass man zeitgleich zur Eröffnungsfeier in den Dörfern jeweils diesen Einmarsch hat. Da geht schon sehr viel verloren.'

Forster, die gemeinsam mit dem 60-jährigen Eishockey-Routinier Jörg Wedde die deutsche Fahne bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo tragen wird, wird jedoch nicht persönlich im Amphitheater erscheinen. Deutschland boykottiert die Zeremonie, und Volunteers werden die Aufgabe für jede Nation übernehmen.

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'Sehr seltsame Situation' für die Athleten

Statt live dabei zu sein, werden Forster und Wedde ausschließlich in Einspielern zu sehen sein, die bereits am Dienstag in den jeweiligen Austragungsorten in einem kleinen Studio aufgenommen wurden. Forster beschrieb diese Erfahrung als 'eine sehr seltsame Situation'.

'Für mich war das immer eine sehr große Motivation, dort einlaufen zu dürfen, die Euphorie zu spüren, wenn man in den Katakomben gewartet hat mit den anderen Nationen', erklärte Forster, die bereits vor vier Jahren in Peking die deutsche Fahne getragen hatte. Trotz der Enttäuschung räumte sie ein: 'Es ist aber besser, als dass gar nichts gemacht wurde.'

Wedde teilt die Kritik

Auch Jörg Wedde, der älteste Teilnehmer im deutschen Team, empfand die Erfahrung als merkwürdig. 'Es ist so, als wenn man am Bahnhof in so einen Fotoautomaten reingeht, um ein Foto für ein Passbild zu machen, und dabei nicht grinsen darf. Hier war es andersherum: Man sollte Emotionen zeigen', sagte der Eishockeyspieler. Auch er hätte sich eine Liveschalte gewünscht, akzeptiert aber die Gegebenheiten: 'Jetzt ist es so, wie es ist.'

Die Diskussion um die Eröffnungsfeier zeigt, wie wichtig traditionelle Elemente wie der Einmarsch der Nationen für die Athleten sind. Die Paralympischen Winterspiele stehen somit nicht nur im Zeichen des sportlichen Wettkampfs, sondern auch im Fokus organisatorischer Herausforderungen.

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