Deutsches Langlauf-Duo schreibt olympisches Bronze-Märchen
Vier Jahre nach dem sensationellen Gold-Coup von Peking hat das deutsche Langlauf-Team erneut für ein unvergessliches olympisches Highlight gesorgt. Laura Gimmler und Coletta Rydzek erkämpften sich am Mittwoch im Teamsprint von Val di Fiemme die Bronzemedaille und holten damit die erste Medaille für die deutsche Langlauf-Auswahl bei den Spielen in Norditalien.
Grandiose Schlussrunde bringt den Podestplatz
Mit einer absolut beeindruckenden Leistung in der entscheidenden Schlussrunde stürmte Schlussläuferin Coletta Rydzek noch auf den dritten Platz nach vorne. Im dramatischen Zielsprint setzte sie sich gegen die Norwegerin Julie Bjervig Drivenes durch und sicherte damit den Podestplatz für das deutsche Duo. Der Wettbewerb über sechs Wechselrunden à 1,5 Kilometer im freien Stil wurde von den schwedischen Topfavoritinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist dominiert, die Gold gewannen. Silber ging an die Schweizerinnen Nadja Kälin und Nadine Fähndrich.
Das deutsche Team hatte in der Qualifikation am Morgen noch viel Kraft lassen müssen, zeigte dann aber im Finale ein mutiges und taktisch kluges Rennen. Anders als bei vorherigen Wettkämpfen brach Laura Gimmler diesmal nicht ein und übergab nach ihrer letzten Runde als Vierte an ihre Teamkollegin. Coletta Rydzeks Beine waren in der entscheidenden Phase noch frisch genug, um den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten und schließlich den Podestplatz zu erkämpfen.
Olympiasiegerinnen von Peking fehlen
Die Goldgewinnerinnen von Peking, Katharina Hennig Dotzler und Victoria Carl, verfolgten den Wettkampf diesmal von außen. Für die Klassik-Spezialistin Hennig Dotzler kam ein Start im freien Stil nicht infrage, während Carl nach einem positiven Dopingtest im vergangenen Jahr nicht in Val di Fiemme an den Start gehen konnte. Die beiden hatten 2022 im damals klassisch gelaufenen Wettbewerb Olympiagold gewonnen.
Am Streckenrand fieberte besonders Coletta Rydzeks Bruder Johannes mit, der am Donnerstag selbst im Teamsprint um eine Kombinations-Medaille kämpfen wird. Er drückte seiner Schwester bereits im Einzelsprint an der Strecke die Daumen und fiel ihr nach dem Rennen emotional um den Hals. Als Einzelstarterinnen waren Rydzek in der vergangenen Woche Achte und Gimmler Siebte geworden.
Dieser Teamsprint-Erfolg markiert einen wichtigen Meilenstein für den deutschen Langlaufsport und zeigt, dass die Nachwuchsgeneration bereit ist, an die großen Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Die Bronzemedaille von Gimmler und Rydzek gibt dem gesamten deutschen Team neuen Schwung für die noch ausstehenden Wettkämpfe in Val di Fiemme.



