Hamburger Olympia-Bewerbung erhält Umfrage-Dämpfer vor entscheidendem Referendum
Die Bewerbung Hamburgs um die Austragung Olympischer Sommerspiele hat kurz vor dem Referendum am 31. Mai einen deutlichen Rückschlag erlitten. Eine repräsentative Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des NDR zeigt, dass eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger den Plänen der Hansestadt kritisch gegenübersteht. Konkret bewerten 50 Prozent der Befragten eine Olympia-Bewerbung Hamburgs als eher schlecht, während lediglich 41 Prozent sie als eher gut einstufen.
Politische und demografische Unterschiede in der Bewertung
Die Unterstützung für die Olympischen Spiele fällt in der Bevölkerung sehr unterschiedlich aus. Deutliche Zustimmung findet das Vorhaben nur bei den Anhängern der SPD mit 57 Prozent und der CDU mit 50 Prozent. Bei den Wählern der Grünen, der AfD und der Linken überwiegt dagegen die Ablehnung deutlich. Interessant ist auch die Altersverteilung: Nur in der Gruppe der 16- bis 34-Jährigen wird Olympia mehrheitlich positiv gesehen. In allen anderen Altersgruppen dominiert eine ablehnende Haltung.
Hauptgründe für die weit verbreitete Skepsis
Die Hamburgerinnen und Hamburger nennen in der Umfrage mehrere konkrete Bedenken gegen eine Olympia-Bewerbung ihrer Stadt:
- 79 Prozent der Befragten fürchten hohe öffentliche Kosten für die Steuerzahler.
- 46 Prozent sehen die Gefahr unnötiger Bau- und Infrastrukturprojekte.
- 41 Prozent erwarten eine Überlastung der vorhandenen Infrastruktur und befürchten Übertourismus.
- 34 Prozent prognostizieren einen zusätzlichen Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt.
- 24 Prozent äußern Sorgen um Sicherheitsprobleme während der Spiele.
Deutschlandweiter Wettbewerb und Zeitplan der Bewerbung
Hamburg bewirbt sich neben München, Berlin und der Region Köln/Rhein-Ruhr um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September in Baden-Baden über eine deutsche Bewerbung entscheiden. Von den vier deutschen Interessenten hat bislang nur München ein Referendum durchgeführt, das mit einer Zustimmung von 66,4 Prozent erfolgreich verlief. Vor der Hamburger Abstimmung führt die Region Rhein-Ruhr am 19. April in den nordrhein-westfälischen Kandidatenkommunen eine Befragung durch. Berlin plant derzeit kein vergleichbares Referendum.
Die aktuelle Umfrage bedeutet einen deutlichen Dämpfer für die zuletzt sehr optimistisch aufgetretenen Hamburger Bestrebungen. Das Referendum am 31. Mai wird nun zur entscheidenden Weichenstellung für die Olympia-Bewerbung der Hansestadt an der Elbe.



