Skisprung-Olympia: Sven Hannawald attackiert norwegisches Team scharf
Während des olympischen Super-Team-Wettbewerbs im Skispringen, der aufgrund heftigen Schneefalls schließlich abgesagt werden musste, kam es zu einer scharfen verbalen Attacke des erfahrenen Experten Sven Hannawald gegen das norwegische Team. Der ehemalige Skisprungstar und heutige ARD-Kommentator ließ kein gutes Haar an den Skandinaviern und bezog sich dabei auf einen zurückliegenden Betrugsskandal.
Hannawalds klare Worte gegen norwegische Springer
Auslöser für die deutliche Kritik war eine aktuelle Äußerung des norwegischen TV-Experten Johann Remen Evensen, der den österreichischen Springer Daniel Tschofenig scharf attackiert hatte. Tschofenig war beim Springen von der Großschanze nach dem ersten Durchgang disqualifiziert worden, weil er mit einem vier Millimeter zu großen Schuh gesprungen war. „Also ganz ehrlich: Wenn ein Norweger heute die Klappe aufmacht, auch nur zwei Millimeter“, begann Hannawald seinen unvollendeten Satz, der die angespannte Stimmung deutlich machte.
Der 51-jährige Experte nutzte die Gelegenheit, um noch einmal auf den Betrugsskandal um die beiden Norweger Johann André Forfang und Marius Lindvik bei der WM in Trondheim im vergangenen Jahr zu sprechen zu kommen. Beide Athleten waren damals aufgrund von manipulierten Anzügen disqualifiziert worden. „Hör mir auf mit den Norwegern. Alle um uns herum, inklusive mir, warten immer noch darauf, dass zwei Kandidaten, die von nichts gewusst haben wollen, sich zumindest entschuldigen“, ärgerte sich Hannawald deutlich.
Fehlende Entschuldigungen und aktuelle Kritik als Farce
Bis zum heutigen Tag gab es von den betroffenen norwegischen Springern keine offizielle Entschuldigung für den Manipulationsvorfall. Diese Haltung kritisierte auch bereits Olympiasieger Philipp Raimund in den vergangenen Tagen. Hannawald empfand die aktuelle Kritik der Skandinavier beim Einzelwettbewerb daher als eine regelrechte Farce: „Und dann kommen die Norweger ums Eck und schallen da irgendwie herum. Ich lach mich kaputt - ganz ehrlich!“
Der Experte betonte zudem, dass trotz der Disqualifikationen die Wettkampfergebnisse unverändert blieben: „Leider ist es so, dass die ganzen Ergebnisse so bleiben wie sie sind. Aber das Mindeste bekommen sie nicht hin“, ergänzte er mit Blick auf die Norweger.
Auch Bartels äußert sich deutlich
Nicht nur Hannawald, sondern auch sein Kommentatorenkollege Tom Bartels fand nach dem Abbruch des Super-Team-Wettbewerbs klare Worte mit Blick auf das norwegische Team. Bartels kommentierte die Bronzemedaille der Norweger im Teamwettbewerb mit deutlicher Ironie: „Jetzt freut sich Jan-Erik Albu über Bronze mit dem norwegischen Team. Er war letztes Jahr verantwortlich in Trondheim, wusste von nichts. Ich muss wirklich sagen, ihm glaube ich das sogar.“
Der Sportdirektor Norwegens hatte nach dem Betrugsskandal beteuert, von den Manipulationen nichts gewusst zu haben. Bartels fügte jedoch kritisch hinzu: „Dass die Springer nichts wussten, dass glauben wir alle nicht - Lindvik und Forfang. Und Forfang holt jetzt hier Bronze - und das 0,3 Punkte vor der deutschen Mannschaft.“ Im Hintergrund war während dieser Aussage ein deutliches Lachen von Hannawald zu hören, das die Skepsis und Verärgerung der Experten unterstrich.
Die olympischen Wettkämpfe im Skispringen bleiben damit nicht nur sportlich, sondern auch aufgrund der kontroversen Diskussionen um Fairplay und Verantwortung im Fokus der Aufmerksamkeit. Die fehlenden Entschuldigungen der norwegischen Athleten und die scharfen Reaktionen der Experten zeigen, dass der Betrugsskandal von Trondheim noch lange nicht vergessen ist.



