Eiskunstlauf-Duo Hase/Volodin: Gegensätze vereint im Traum von Olympia-Gold
Hase/Volodin: Gegensätze vereint für Olympia-Goldtraum

Eiskunstlauf-Duo Hase/Volodin: Gegensätze vereint im Traum von Olympia-Gold

Abseits der glitzernden Eisfläche könnten die Persönlichkeiten von Minerva Hase und Nikita Volodin kaum kontrastreicher sein. Doch sobald die Kufen das Eis berühren, verschmelzen die beiden Eiskunstläufer zu einer harmonischen Einheit. Ihr gemeinsamer, lang gehegter Traum: eine olympische Medaille bei den Winterspielen in Mailand.

Vorbereitung auf den Karrierehöhepunkt

Nach ersten Eindrücken vom olympischen Eis in der italienischen Metropole zogen sich Hase und Volodin für ein intensives Trainingslager in die Schweiz zurück. Dort fokussieren sie sich vollständig auf den wichtigsten Wettkampf ihrer sportlichen Laufbahn. Seit Jahren arbeiten das Paar akribisch auf diesen Moment hin.

Der Medaillentraum bleibt lebendig, auch wenn die vergangenen Wettkämpfe nicht immer optimal verliefen. Bei der Europameisterschaft in Sheffield erreichten sie zwar den zweiten Platz, doch die Leistung war von Fehlern geprägt. Gleichzeitig zeigt die internationale Konkurrenz sich in herausragender Form.

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"Man hat die ganze Saison schon gesehen, dass alle Paare von Wettkampf zu Wettkampf immer ein bisschen besser wurden und auf den Höhepunkt hingearbeitet haben", analysiert Minerva Hase. "Wir besinnen uns darauf, was wir beeinflussen können."

Eine erfolgreiche Partnerschaft

Seit dreieinhalb Jahren bilden Hase und Volodin ein Eiskunstlauf-Paar. In dieser kurzen Zeit sammelten sie beachtliche Erfolge: zwei WM-Medaillen, EM-Gold im Vorjahr und zuletzt Silber bei der Europameisterschaft.

Die Chemie zwischen den beiden Sportlern stimmte von Anfang an. Hase spürte sofort, dass sie dem gebürtigen Russen Volodin vertrauen konnte. Ihr Trainer Dmitri Sawin hatte die Partnerschaft initiiert.

"Es hat sich alles sehr leicht angefühlt, sehr rhythmisch. Und da war ich dann sehr schnell Feuer und Flamme", erinnert sich Hase an die Anfänge.

Deutsche Struktur trifft auf russischen Freigeist

Auf dem Eis funktionierte die Einheit trotz anfänglicher Sprachbarrieren sofort. Doch ihre Herangehensweisen an Training und Alltag könnten unterschiedlicher nicht sein.

"Er kam nach Deutschland ohne Plan, ohne Struktur. Er kam, wann er wollte und er ging, wann er wollte", beschreibt Hase Volodins anfängliche Arbeitsweise. Mit ihrer durchorganisierten "deutschen Struktur" sei sie zunächst an Grenzen gestoßen.

Während Volodin als "Freigeist" charakterisiert wird, plant Hase lieber alles Monate im Voraus. Mittlerweile hat sie jedoch etwas von seiner Gelassenheit übernommen. Umgekehrt passt sich Volodin allmählich der deutschen Disziplin an.

"Früher bin ich immer fünf Minuten, bevor ich zum Training musste, aufgestanden. Jetzt ist es schon ein bisschen früher", gesteht er mit einem Lächeln.

Wie ein altes Ehepaar

Trainer Dmitri Sawin vergleicht das Duo mit einem "alten Ehepaar". "Es ist ein gutes Match. Sie können gemeinsam kämpfen, sie können gemeinsam diskutieren, sie können gemeinsam lachen."

Auf dem Eis bilden sie eine untrennbare Einheit. Die deutsche Trainerlegende Knut Schubert, der das Paar in Mailand ebenfalls betreut, betont: "Die haben Spaß daran, sich zu schinden. Sie gehen bis aufs Äußerste und auch darüber hinaus."

Ohne diese Leidenschaft und gegenseitige Ergänzung wären sie nicht so schnell an die Weltspitze gelangt.

Olympische Erfahrungen und neue Chancen

Während Nikita Volodin in Mailand sein Olympia-Debüt feiert, startet Minerva Hase bereits zum zweiten Mal bei Winterspielen. Vor vier Jahren in Peking erlebte sie mit ihrem damaligen Partner Nolan Seegert eine bittere Erfahrung.

Nach positiven Corona-Tests verbrachte Seegert mehrere Tage in Quarantäne. Völlig erschöpft erreichten sie nur Platz 16. Die Spiele in Peking bezeichnet Hase als "sehr außergewöhnlich". Die Wettkämpfe in Italien sind deshalb ihre "ersten richtigen" Olympischen Spiele.

"Und allein, dass wir dieses Erlebnis noch mal teilen dürfen, ist auf jeden Fall wunderschön. Es erfüllt uns mit ganz viel Stolz", sagt die gebürtige Berlinerin.

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Deutsche Staatsbürgerschaft als Olympia-Ticket

Neben der sportlichen Qualifikation meisterte das Duo auch bürokratische Hürden. Im September erhielt Volodin den deutschen Pass. Hase verfolgte die Einbürgerungstests mit großer Anspannung.

Mit der deutschen Staatsbürgerschaft stand der Olympia-Teilnahme nichts mehr im Weg. Nun wollen Hase und Volodin die erste deutsche Eiskunstlauf-Medaille seit dem Gold von Aljona Savchenko und Bruno Massot 2018 in Pyeongchang gewinnen.

Ähnlich wie Volodin wurde damals auch der gebürtige Franzose Massot eingebürgert, bevor er mit Savchenko für eine unvergessliche Eiskunstlauf-Sternstunde sorgte.

Persönliche Unterstützung und Zukunftsträume

In der Milano Ice Skating Arena werden Hases Eltern und eine ihrer besten Freundinnen das Duo anfeuern. Volodin hofft, dass seine Freundin für die entscheidende Kür nach Norditalien reisen kann.

Nach dem Kurzprogramm am Sonntag und der finalen Paarlauf-Kür am Montag möchte das Paar nicht nur Medaillenchancen realisieren, sondern auch weitere fröhliche Selfies machen - diesmal als gefeierte Olympioniken.

Das Eiskunstlauf-Duo hat sich zusammengerauft, ihre Unterschiede in Stärken verwandelt und bereitet sich nun auf ihre ganz persönliche Sternstunde in Mailand vor.