Eiskunstlauf-Duo Hase/Volodin: Vom Freigeist und der Strukturierten zur olympischen Einheit
Hase/Volodin: Gegensätze vereint für olympische Medaille

Eiskunstlauf-Duo Hase/Volodin: Vom Freigeist und der Strukturierten zur olympischen Einheit

Abseits der glitzernden Eisfläche könnten die Persönlichkeiten von Minerva Hase und Nikita Volodin kaum kontrastreicher sein. Doch sobald die Kufen das Eis berühren, verschmelzen die beiden Eiskunstläufer zu einer harmonischen Einheit. Ihr gemeinsamer Traum: eine olympische Medaille bei den Winterspielen in Mailand.

Vorbereitung auf den Karrierehöhepunkt

Nach ersten Eindrücken vom olympischen Eis in der italienischen Metropole zogen sich Hase und Volodin für intensive Trainingsphasen in die Schweiz zurück. Hier konzentrieren sie sich vollständig auf den wichtigsten Wettkampf ihrer bisherigen Laufbahn. Das Kurzprogramm findet am Sonntag um 19:45 Uhr statt, die entscheidende Paarlauf-Kür folgt am Montag um 20:00 Uhr.

„Wir besinnen uns darauf, was wir beeinflussen können“, betonte Minerva Hase im Vorfeld. Die vergangenen Wochen verliefen nicht immer optimal für das Duo. Bei der Europameisterschaft in Sheffield vor etwa einem Monat zeigten sie trotz des zweiten Platzes ein „Fehlerfestival“. Zudem präsentiert sich die internationale Konkurrenz in herausragender Form.

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Erfolgsgeschichte einer ungewöhnlichen Partnerschaft

Seit dreieinhalb Jahren bilden Hase und Volodin ein Paarlauf-Duo. In dieser kurzen Zeit sammelten sie beachtliche Erfolge: zwei WM-Medaillen, EM-Gold im Vorjahr und zuletzt Silber in Sheffield. Trainer Dmitri Sawin entdeckte die Chemie zwischen den beiden. „Es hat sich alles sehr leicht angefühlt, sehr rhythmisch“, erinnerte sich Hase an die Anfänge.

Die anfänglichen Herausforderungen waren beträchtlich. Volodin, gebürtiger Russe, kam „ohne Plan, ohne Struktur“ nach Deutschland. Hase, die ihre „deutsche Struktur“ beschreibt, stieß zunächst an Grenzen. „Ich war so: Oh mein Gott, wie kann man so leben?“, gab sie offen zu. Volodin bezeichnet sie als „Freigeist“, während sie selbst alles Monate im Voraus plant.

Vom Gegensatz zur perfekten Symbiose

Trainer Sawin vergleicht das Paar mit einem „alten Ehepaar“. Es handele sich um ein „gutes Match“, bei dem gemeinsames Kämpfen, Diskutieren und Lachen möglich sei. Auf dem Eis entfalte sich ihre besondere Verbindung vollends. Deutsche Trainer-Ikone Knut Schubert beobachtet: „Die haben Spaß daran, sich zu schinden. Sie gehen bis aufs Äußerste und auch darüber hinaus.“

Volodin passte sich allmählich an deutsche Gewohnheiten an. „Früher bin ich immer fünf Minuten, bevor ich zum Training musste, aufgestanden. Jetzt ist es schon ein bisschen früher“, verriet er mit einem Schmunzeln. Hase wiederum übernahm etwas von seiner Gelassenheit: „Jetzt bin ich sehr froh darüber.“

Olympische Erfahrungen und neue Chancen

Während Volodin in Mailand sein Olympia-Debüt feiert, blickt Hase auf bittere Erfahrungen von Peking 2022 zurück. Damals musste ihr Partner Nolan Seegert wegen positiver Corona-Tests in Quarantäne. Erschöpft erreichten sie nur Platz 16. „Olympia in Peking war sehr außergewöhnlich“, resümierte Hase. Die Spiele in Italien betrachtet sie als ihre „ersten richtigen“.

Ein wichtiger Meilenstein: Im September erhielt Volodin den deutschen Pass. „Ich war schon ein bisschen nervös, als er die Tests absolviert hat“, gestand Hase. Damit stand der Olympia-Teilnahme nichts mehr im Wege. Das Duo will die erste deutsche Eiskunstlauf-Medaille seit Aljona Savchenko und Bruno Massot 2018 erreichen.

Persönliche Unterstützung und Zukunftsträume

In der Milano Ice Skating Arena werden Hases Eltern und eine enge Freundin anwesend sein. Volodin hofft, dass seine Freundin zur Kür anreist. Nach der Entscheidung wollen beide wieder „Gute-Laune-Selfies“ machen. Ihr größter Wunsch: eine eigene „Sternstunde“ wie Savchenko/Massot zu erleben und deutsche Eiskunstlauf-Geschichte zu schreiben.

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