Skilanglauf-Star kritisiert olympische Distanzanpassung scharf
Die deutsche Skilanglauf-Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler hat in einem exklusiven Interview deutliche Kritik an der olympischen Premiere des 50-Kilometer-Rennens für Frauen geäußert. Die 29-jährige Athletin positioniert sich klar gegen die vom Weltverband FIS beschlossene Angleichung der Wettkampfdistanzen zwischen Männern und Frauen.
„Das ist Gleichmacherei und nicht Gleichberechtigung“
„Ich bin definitiv dagegen, dass Frauen 50 Kilometer laufen“, erklärte Hennig Dotzler vor dem Marathon-Rennen am Sonntag in Val di Fiemme. Die Teamsprint-Olympiasiegerin von 2022 betonte mit Nachdruck: „Diese ganzen Streckenanpassungen haben für mich nichts mit Gleichberechtigung zu tun, denn wir Frauen haben einen anderen Körper. Die Biologie der Frau ist eine andere.“
Bis zur Saison 2024/25 waren Frauen bei großen Meisterschaften maximal über 30 Kilometer gelaufen. Der Weltverband FIS hatte dann beschlossen, die Distanzen zwischen den Geschlechtern anzugleichen – eine Entscheidung, die Hennig Dotzler fundamental infrage stellt.
Biologische Unterschiede als zentrales Argument
Die erfahrene Athletin verwies auf die physiologischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern: „Und da fühle ich mich auch nicht diskriminiert. Wir haben halt andere Stärken.“ Hennig Dotzler argumentiert, dass wahre Gleichberechtigung nicht in der Angleichung von Wettkampfdistanzen liege, sondern in der Anerkennung geschlechtsspezifischer Besonderheiten.
Die Skilangläuferin regte an, die kontroverse Entscheidung noch einmal zu überdenken: „Da muss man nochmal drüber nachdenken, ob man das Ganze nicht wieder zurückdreht.“ Allerdings zeigte sie sich wenig optimistisch: „Auf unsere Nachfrage hin gibt es daran nichts mehr zu rütteln.“
Letztes olympisches Rennen mit spezieller Vorbereitung
Für Hennig Dotzler wird das 50-Kilometer-Rennen am Sonntag das letzte ihrer olympischen Karriere sein. Für die anspruchsvolle Quälerei über etwa zweieinhalb Stunden hat die Athletin ihre Versorgung bereits minutiös geplant. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die finale Phase des Wettkampfs: „Wenn es auf die letzte Runde geht, bekommt man meistens Cola, um nochmal richtig schnelle Energie zu haben.“
Die Diskussion um geschlechtergerechte Wettkampfbestimmungen im Skilanglauf wird durch Hennig Dotzlers klare Positionierung neu entfacht. Die Olympiasiegerin setzt sich damit für eine differenzierte Betrachtung von Gleichberechtigung im Spitzensport ein, die biologische Unterschiede respektiert statt ignoriert.



