Biathlon-Olympia 2026: Schwedischer Trainer Johannes Lukas als möglicher deutscher Biathlon-Chef im Gespräch
Wenn es um die Nachfolge des scheidenden deutschen Biathlon-Sportdirektors Felix Bitterling geht, fällt ein Name besonders häufig: Johannes Lukas. Der schwedische Cheftrainer, der 2019 im Alter von nur 25 Jahren die Verantwortung für das schwedische Biathlon-Team übernahm, könnte möglicherweise nach Deutschland zurückkehren. Bei einem exklusiven Interview mit SPORT1 sprach der gebürtige Münchner über seine Zukunft, das olympische Abschiedsrennen von Franziska Preuß und die Perspektiven des deutschen Biathlonsports.
Emotionaler Abschied von Franziska Preuß und olympische Bilanz
Johannes Lukas zeigte sich tief bewegt vom Karriereende der deutschen Biathletin Franziska Preuß. "Franzi kenne ich schon ewig, wir sind gute Kumpels", erklärte Lukas. "Sie ist durch viele Täler gegangen, aber immer wieder auferstanden. Dieser Moment letztes Jahr, als sie den Gesamtweltcup gewann, das ist ein Moment für die Ewigkeit." Der Trainer betonte, dass dieser dramatische Erfolg in der gesamten Biathlonwelt unvergessen bleiben werde.
Aus schwedischer Sicht zieht Lukas eine positive Olympia-Bilanz für 2026. "Es waren schwierige Spiele für uns. Wir sind nicht so gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben, aber im Endeffekt haben wir das Blatt gewendet", analysierte der Trainer. Die schwedische Mannschaft konnte Gold, Silber und Bronze gewinnen und damit das Ziel erreichen, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren Medaillen zu erringen.
Persönliche Bindung zum Team und ungewisse Zukunft
Besonders berührt zeigte sich Lukas von den Worten seiner Athletin Anna Magnusson, die nach dem Staffel-Silber erklärte, der Trainer habe ihr die Freude am Biathlon wiedergegeben. "Das ist natürlich wunderbar", kommentierte Lukas. "Sie ist eine der letzten Athletinnen, die seitdem ich hier bin, dabei ist. Sie war kurz davor, aufzuhören. Wir haben sie gerade überredet, nochmal weiterzumachen. Das ist ein fantastisches Team, wie meine zweite Familie."
Trotz dieser engen Bindung steht die Vertragsverlängerung von Johannes Lukas bei den Schweden noch aus. Auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft antwortete der Trainer ausweichend: "Ich fahre jetzt erstmal heim und werde dann gemeinsam mit meiner Frau entscheiden, wo die Reise hingeht. Wir werden uns zusammenhocken, reflektieren, die Medaillen anschauen - alles andere wird sich dann zeigen."
Mögliche Rückkehr nach Deutschland als Biathlon-Chef
Die entscheidende Frage nach einer möglichen Übernahme des deutschen Biathlon-Chefpostens beantwortete Lukas diplomatisch. Als SPORT1 auf den frei werdenden Platz in Deutschland anspielte, wiederholte der Trainer: "Wie gesagt, wir werden sehen, wo die Reise hingeht." Diese Aussage lässt Raum für Spekulationen über eine Rückkehr des erfolgreichen Trainers in seine Heimat.
Johannes Lukas hat sich in der Biathlonwelt einen Namen gemacht, indem er hoffnungsvolle Talente systematisch in die Weltspitze führte. Seine mögliche Verfügbarkeit fällt genau in die Zeit, in der der deutsche Biathlonverband nach einem Nachfolger für den scheidenden Sportdirektor Felix Bitterling sucht. Die Entscheidung über die Zukunft des schwedischen Trainers wird in den kommenden Wochen erwartet und könnte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Biathlon-Landschaft haben.



