Olympia-Rekord: Langlauf-Legende Klaebo holt achte Goldmedaille bei Winterspielen
Klaebo gewinnt achtes Olympia-Gold und schreibt Langlauf-Geschichte

Olympia-Rekord: Langlauf-Legende Klaebo holt achte Goldmedaille bei Winterspielen

Johannes Hoesflot Klaebo hat bei den Olympischen Winterspielen in Italien Geschichte geschrieben. Der norwegische Langlauf-Star gewann im dritten Rennen sein drittes Gold und damit insgesamt seine achte Olympia-Goldmedaille. Damit zieht er mit den norwegischen Rekordhaltern Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Dählie gleich, die ebenfalls jeweils acht Goldmedaillen errungen haben.

Packendes Finale mit dramatischem Ausgang

Das Rennen über zehn Kilometer in der freien Technik entwickelte sich zu einem atemberaubenden Krimi. Einen Kilometer vor dem Ziel führte noch Klaebos Landsmann Einar Hedegart, doch der 24-Jährige brach in der Schlussphase ein und fiel sogar hinter Silbergewinner Mathis Desloges aus Frankreich zurück, der sich den zweiten Platz sicherte. Hedegart musste sich mit Bronze begnügen.

„Ich habe noch nie in dieser Disziplin gewonnen. Das bei Olympia zu schaffen, ist der Wahnsinn“, sagte Klaebo nach seinem Triumph im Interview mit der ARD. „Ich war sehr motiviert, es hier zu schaffen. Heute war ich an der Reihe.“

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Fairplay und sportliche Größe

Nach dem Zieleinlauf zeigte Klaebo nicht nur sportliche Klasse, sondern auch Fairplay. Der 29-Jährige ballte kurz die Fäuste, schnallte dann seinem am Boden liegenden Konkurrenten Hedegart fair die Ski ab und reichte ihm im Trainingsanzug die Hand. In der Sonne von Tesero genoss der Norweger sichtlich diesen weiteren Meilenstein seiner außergewöhnlichen Karriere.

Die Akribie eines Perfektionisten

Klaebos Erfolge basieren auf einer beispiellosen Arbeitsethik und wissenschaftlicher Präzision. Der Norweger gilt als Meister des Höhentrainings und nimmt enorme Strapazen in Kauf, um sich optimal auf Saisonhöhepunkte vorzubereiten. Eine besondere Rolle spielt dabei sein Großvater, der Klaebo kontinuierlich betreut und berät.

„Er steht auf dem Ski wie kein anderer“, erklärte der deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder. „Er liest die Strecke ganz anders. Er sieht Neigungen an einem Berg, die man normalerweise gar nicht wahrnimmt. Er zerlegt Strecken, plant minutiös und weiß genau, wo er angreifen muss.“ Schlickenrieder fügte voller Hochachtung hinzu: „Er ist ein planerischer, strukturierter Künstler auf Skiern.“

Rekordjagd bei Olympischen Spielen

Mit seinem achten Olympiasieg hat Klaebo nun exakt dieselbe Anzahl Goldmedaillen wie seine berühmten Landsleute Björgen, Björndalen und Dählie erreicht. Allerdings sammelten diese jeweils viermal Silber, während Klaebo bisher nur einmal Zweiter wurde. Da die drei norwegischen Legenden ihre Karrieren bereits beendet haben, könnte Klaebo sie in der Gesamtwertung noch überholen.

Der 29-Jährige scheint unaufhaltsam: 2018 in Südkorea sicherte er sich drei Goldmedaillen, vier Jahre später in China zwei Olympiasiege. Bei den aktuellen Spielen in Italien triumphierte er bereits im Sprint, im Skiathlon und nun über zehn Kilometer.

Persönliche Entwicklung und Freude am Sport

Nach einem schwierigen Jahr mit großem Druck vor den Heim-Weltmeisterschaften in Trondheim findet Klaebo nun wieder mehr Freude an seinem Sport. „Mein letztes Jahr war ein ewiger Kampf um die Weltmeisterschaften, dieses Jahr war eher von Freude geprägt“, verriet der Ausnahmesportler.

Im langlaufverrückten Norwegen ist Klaebo eine nationale Ikone, doch seine disziplinierte und perfektionistische Art macht ihn für viele unnahbar. „Das ist so weit weg von einem selbst. Ich glaube, da kriegt man keine Verbindung hin“, sagte Schlickenrieder. „Das ist schon fast außerirdisch.“

Florian Notz, der als 22. bester Deutscher wurde, fasste die Leistung treffend zusammen: „Da kann man einer Legende zuschauen. Klaebo macht sich hier zum absolut Größten aller Zeiten.“

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