Felix Neureuther kritisiert dezentrale Olympia-Konzepte und fordert kompaktere Winterspiele
Neureuther: Olympia braucht kürzere Wege zwischen Sportstätten

Olympia-Experte Neureuther fordert Rückkehr zu kompakteren Winterspielen

Der ehemalige Skirennfahrer und ARD-Experte Felix Neureuther hat nach seinen Erfahrungen bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien eine deutliche Kritik an dezentralen Austragungskonzepten geäußert. Der 41-Jährige wünscht sich für die Zukunft wieder Winterspiele mit deutlich kürzeren Distanzen zwischen den verschiedenen Wettbewerbsorten.

Bormio als Beispiel für fehlende Olympia-Atmosphäre

Neureuther war bei den Alpin-Wettbewerben der Männer in Bormio als Fernsehexperte im Einsatz und beschrieb seine Eindrücke als „sehr separiert“. „Es war sehr separiert, und da ist nicht die Olympia-Stimmung aufgekommen, die sich viele erhofft hatten“, erklärte er im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“. Trotz der besonderen Bedeutung der Spiele für ihn persönlich habe die räumliche Trennung zu anderen Wettkampfstätten das olympische Flair deutlich beeinträchtigt.

Zweifel an dezentralen Zukunftskonzepten

Der frühere Skistar äußerte grundsätzliche Bedenken gegenüber der aktuellen Entwicklung bei Olympischen Spielen: „Ob das die Zukunft für die Olympischen Spiele ist, mit den weiten Wegen und den verteilten Sportstätten, ist für mich daher schon fraglich“. Neureuther plädiert stattdessen dafür, die Spiele an Orte zu vergeben, „wo sie nicht nur dezentral durchführbar sind“.

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Diese Kritik wird durch die Erfahrungen des deutschen Alpin-Teams der Männer bestätigt, das ebenfalls die Abgeschiedenheit Bormios von anderen Wettbewerbsorten bemängelte und das olympische Gemeinschaftsgefühl vermisste.

Bedenken trotz sportlicher Erfolge

Interessanterweise fällt Neureuthers Gesamtfazit aus sportlicher Perspektive durchaus positiv aus. „Es waren die Spiele der ganz großen Dramaturgie, man sieht auch an den Einschaltquoten, dass das in den Menschen ganz viel ausgelöst hat“, betonte er. Die Konzentration auf den Sport selbst sei dabei besonders positiv hervorzuheben gewesen.

Auch Olympia 2030 setzt auf dezentrales Konzept

Die aktuelle Diskussion gewinnt zusätzliche Relevanz, da auch die Organisatoren der nächsten Winterspiele 2030 in den französischen Alpen erneut auf ein dezentrales Konzept setzen. Geplant sind verschiedene Cluster, die teilweise weit voneinander entfernt liegen – eine Struktur, die Neureuthers Kritikpunkte weiter aktuell halten wird.

Die Forderung des erfahrenen Sportexperten nach kompakteren Austragungsorten mit kürzeren Wegen zwischen den Sportstätten stellt damit eine grundsätzliche Frage an die zukünftige Ausrichtung Olympischer Winterspiele.

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