Laura Nolte nach verpasstem Monobob-Gold: „Der Enttäuschung Raum geben“
Nolte nach Olympia-Silber: „Enttäuschung Raum geben“

Millimeter-Krimi ohne Happy End: Nolte verpasst Olympia-Gold im Monobob

Bei der Siegerehrung in Cortina d'Ampezzo kämpfte Laura Nolte sichtlich mit den Tränen. Die deutsche Monobob-Fahrerin hatte bei den Olympischen Winterspielen 2026 um nur vier Hundertstelsekunden den ersten deutschen Olympiasieg in dieser Disziplin verpasst und musste sich mit Silber begnügen. Ein emotionaler Moment für die 27-jährige Weltcup-Gesamtsiegerin, die eigentlich mit jeder Medaille zufrieden gewesen wäre.

„Erstmal der Enttäuschung Raum geben“

„Erstmal muss man der Enttäuschung auch einen Raum geben. Das ist auch völlig okay“, sagte Nolte nach dem Rennen mit bemerkenswerter Offenheit. Die Olympia-Zweite hat bereits ein klares Rezept zur Bewältigung ihrer Enttäuschung parat: „Dann will ich die Negativ-Erfahrung auch abhaken und mich am besten mit positiven Leuten umgeben, die einen auf andere Gedanken bringen.“

Die Bobfahrerin betonte weiter: „Was leckeres Essen, gut schlafen und dann ist morgen ein neuer Tag.“ Nolte brachte es wie immer klar auf den Punkt, doch emotional zu knabbern hatte sie dennoch an der knappen Niederlage.

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Gold zum Greifen nah

„Es war halt die ganze Zeit mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen“, erklärte Nolte. „Und da hätte ich mich eigentlich auch mit Bronze oder Silber zufriedengegeben. Nachdem Gold jetzt so zum Greifen nahe war und ich wirklich drei Superläufe davor hingelegt habe, wollte ich jetzt halt auch durchziehen. Deswegen fühlt es sich jetzt erst mal wie verlorenes Gold an.“

Besonders bitter: Nolte hatte im entscheidenden Wettkampf drei ausgezeichnete Läufe absolviert und sah Gold bereits vor sich, bevor die letzten Hundertstelsekunden den Traum platzen ließen.

Überraschende Konkurrenz

Dass ausgerechnet zwei erfahrene Athletinnen mit 41 und 40 Jahren ihr das Leben so schwer machten, damit hatte Nolte nicht gerechnet. Über Olympiasiegerin Elana Meyers Taylor sagte sie: „Ja, echt krass, was Elana jetzt auch am Start nochmal gemacht hat, das ist auch sehr überraschend. Es gab kein einziges Weltcuprennen, in dem sie schneller war am Start als ich.“

Meyers Taylor feierte bei ihren fünften Winterspielen nach drei Silber- und zwei Bronze-Medaillen endlich den ersehnten Olympiasieg. Nolte freute sich dennoch für die US-Amerikanerin: „Sie ist wirklich ein sehr netter Mensch, eine klasse Sportlerin und sie jagt ja auch schon lange das Gold.“ Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: „Aber dann hätten wir es ja auch zeitgleich machen können.“

Erfahrene Konkurrenz auf dem Podest

Die Bronzemedaille ging acht Hundertstel hinter Nolte an die 40-jährige dreimalige Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA. Damit standen auf dem Podest drei extrem erfahrene Athletinnen, die zusammen über ein Jahrhundert an Sporterfahrung mitbrachten.

Für Laura Nolte bleibt nach der Enttäuschung nun die Aufgabe, das Erreichte zu würdigen und Kraft für kommende Wettkämpfe zu sammeln. Ihre pragmatische Herangehensweise an die Niederlage und ihre Fähigkeit, trotz des knappen Verlusts Anerkennung für die Konkurrenz zu zeigen, machen sie zu einer beeindruckenden Sportpersönlichkeit.

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