Olympia-Enttäuschung für Ski-Alpin-Dominator Odermatt
Der Schweizer Ski-Star Marco Odermatt hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina erneut eine herbe Niederlage einstecken müssen. Im dritten Anlauf auf das ersehnte Goldziel musste sich der viermalige Gesamtweltcupsieger auch in einer seiner Spezialdisziplinen geschlagen geben. Beim Super-G auf der anspruchsvollen Stelvio-Piste sicherte sich sein Landsmann Franjo von Allmen den Olympiasieg und verwies Odermatt auf den Bronzerang.
Historischer Triumph für Franjo von Allmen
Der siegreiche Franjo von Allmen schrieb mit diesem Erfolg Ski-Alpin-Geschichte. Als erster Fahrer des 21. Jahrhunderts und seit 58 Jahren gelang es ihm, in einem Olympia-Jahr gleich drei Goldmedaillen zu erringen. Zuvor hatten nur die Legenden Toni Sailer bei den Spielen 1956 in Cortina und Jean Claude Killy 1968 in Grenoble diese außergewöhnliche Leistung vollbracht.
Bereits in der Abfahrt und im Teamwettbewerb hatte von Allmen dem favorisierten Odermatt den Vortritt lassen müssen. Im Teamwettbewerb siegte er gemeinsam mit Tanguy Nef in der Super-Kombination. Diese Serie setzte sich nun im Super-G fort, wo Odermatt eigentlich als haushoher Favorit gegolten hatte.
Odermatts bittere Bilanz bei Olympia 2026
Für Marco Odermatt, der 2022 in Peking Olympia-Gold im Riesenslalom gewonnen hatte, bedeutet das Ergebnis eine weitere Enttäuschung. „Ich wollte schon Gold, das ist klar - aber ich muss am Ende mit Bronze zufrieden sein“, gab der Schweizer nach dem Rennen gegenüber der ARD zu Protokoll. Seine Worte verrieten die deutliche Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität.
Wintersport-Experte Bernd Schmelzer kommentierte die Situation in der ARD mit deutlichen Worten: „Das reicht ihm nicht! Nein! Nein! Nein! Marco Odermatt ist wieder geschlagen. Er ist völlig fassungslos jetzt. Das ist seine Disziplin. Da gibt es überhaupt keine zwei Meinungen dazu. Das ist sein Ding!“
Psychologische Dimension des Duells
Der Kommentatoren-Kollege von Felix Neureuther verdeutlichte die psychologische Tragweite dieser Niederlage: „Da kommst du hierher als Gesamtweltcupführender, als der überragende Skifahrer der Saison, der letzten Jahre. Und dann kommt der Franjo und steht - möglicherweise - vor seiner dritten Olympischen Goldmedaille. Teamgeist hin oder her - aber das ist schon ein Schlag.“
Hinter dem siegreichen von Allmen und dem drittplatzierten Odermatt sicherte sich der Amerikaner Ryan Cochran-Siegle die Silbermedaille. Damit endeten die Speed-Wettbewerbe der Männer bei diesen Olympischen Spielen mit einem denkwürdigen Schweizer Duell, das in die Ski-Alpin-Geschichtsbücher eingehen wird.
Die Frage bleibt, wie Odermatt diese Serie von Niederlagen gegen seinen Landsmann psychologisch verarbeiten wird und ob es ihm in den noch ausstehenden Wettbewerben gelingen kann, die erhoffte Goldmedaille doch noch zu erreichen.



