Olympia-Abschlussfeier: Droht Trump unseren Rodel-Helden die Show zu stehlen?
Olympia-Abschlussfeier: Droht Trump Rodel-Helden die Show?

Olympia-Schlussfeier in Verona: Politisches Drama oder Sportfest?

In der Arena von Verona, sonst Schauplatz großer Opern mit Verrat, Macht und Eifersucht, findet am Sonntag die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele statt. Was hier sicher nicht gebraucht wird, ist ein politisches Spektakel. Doch die mögliche Anwesenheit von US-Präsident Donald Trump (79) wirft bereits jetzt Fragen auf: Könnte ein Politiker die Bühne der Athleten kapern?

Die Rodel-Tobis als deutsche Fahnenträger

Die deutschen Fahnenträger bei der Zeremonie sind die Rodel-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt, bekannt als die „Rodel-Tobis“. Sie haben Eiskanal-Geschichte geschrieben und in ihrer Karriere sieben Goldmedaillen gesammelt. Nun treten sie ab, nachdem sie Deutschland stolz gemacht und den Zuschauern Gänsehautmomente beschert haben. Es wäre bitter, wenn die Kameras und Diskussionen sich plötzlich nicht mehr um Gold, Mut und Teamgeist drehen würden, sondern um einen Politiker auf der Tribüne.

Noch ist nicht entschieden, ob Trump zu den Spielen kommt, aber die Veranstalter bereiten sich darauf vor. Staatsgäste gehören traditionell zu Olympia, da die Spiele eine Weltbühne für Sport und Politik sind. Doch im Kern sind sie die Bühne der Athleten. Wenn ein übermäßig selbstverliebter Politiker mehr Aufmerksamkeit erhielte als die Sportler, würde die Dramaturgie kippen und aus Sport-Emotion eine Polit-Show werden.

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Die Rolle der Politik bei Olympia

Andererseits geht es nicht ganz ohne Spitzenpolitiker. Bundeskanzler Friedrich Merz, mit zehn Flugstunden weniger Distanz als Trump, ließ sich bisher nicht blicken. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war anwesend, dämpfte jedoch kurz danach die deutschen Bewerbungspläne für 2036 mit seiner Skepsis gegenüber dem Austragungsjahr, das 100 Jahre nach den Nazispielen liegen würde. Vielleicht wäre es sogar ein starkes Bild, wenn der wichtigste Politiker der Welt im Stadion säße und den Ausmarsch der Nationen erlebte – Europäer Seite an Seite, die Ukraine dabei, keine Russen – ein Moment der Einheit in einer zerrissenen Welt.

Das ist die Kraft der Spiele: Trotz aller Weltpolitik heißen die Helden dieser Tage nicht Trump, Kanzler oder Staatsoberhaupt. Es sind die Rodel-Tobis oder die Italienerin Federica Brignone, die nach einer schweren Knieverletzung kaum laufen konnte und nun zwei Goldmedaillen für die Gastgeber gewann. Die olympische Bühne ist riesig und groß genug für Trump in einer Nebenrolle, denn sie gehört am Ende denen, die bei den Spielen alles riskiert haben.

Fazit: Die Bühne gehört den Athleten

Die Abschlussfeier sollte ein Fest des Sports bleiben, bei dem die Leistungen der Athleten im Mittelpunkt stehen. Ob Trump kommt oder nicht, die Erinnerungen an Goldmedaillen und bewegende Momente dürfen nicht von politischen Diskussionen überschattet werden. Die Rodel-Tobis und ihre Kollegen haben es verdient, dass ihr Abschied gebührend gefeiert wird – ohne Ablenkungen von der Tribüne.

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