Olympia-Kuriosität: Russin läuft versehentlich mit deutschen Skiern davon
Olympia-Kuriosität: Russin läuft mit deutschen Skiern davon

Olympia-Kuriosität: Russin läuft versehentlich mit deutschen Skiern davon

Die Olympia-Karriere von Katharina Hennig Dotzler hätte kaum kurioser enden können. Beim 50-Kilometer-Rennen der Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Tesero nahm die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajeva versehentlich die Ski der deutschen Starterin. Dieser unfreiwillige Ski-Diebstahl sorgte für eine ungewöhnliche Wendung im letzten Wettbewerb der 29-jährigen Sächsin.

Gelassene Reaktion der deutschen Langläuferin

Katharina Hennig Dotzler zeigte sich nach dem wohl verrücktesten Rennen ihrer Karriere erstaunlich gelassen. "Es war irgendwie bezeichnend, so wie ein Sportlerleben ist: Es gibt Aufs und Abs, wo man mit zurechtkommen muss und wo man einen kühlen Kopf bewahren muss", erklärte die Neuntplatzierte. Noch im Zielbereich entschuldigte sich Neprjajeva bei ihr mit ausdrucksstarken Gesten in der Sonne von Tesero.

"Sie hat sich bei mir entschuldigt. Sie war ganz durcheinander", schilderte Hennig Dotzler die Situation. Die Russin beendete das Rennen nach der Deutschen und wurde später disqualifiziert. "Das tut mir ehrlich gesagt auch ein bisschen leid, weil das macht ja keiner mit Absicht", zeigte die Deutsche Verständnis, unterstützte aber gleichzeitig die Sanktion: "Wenn man das nicht sanktioniert, dann haben wir wilden Westen hier."

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Teamchef Schlickenrieder: "Das ist was für die Geschichtsbücher"

Wie seine Athletin war auch Teamchef Peter Schlickenrieder nicht verärgert über den Vorfall. "Das sind die Geschichten, die oftmals mehr wiegen als eine Medaille. Das wirst du dein Leben nicht vergessen", sagte der 56-Jährige. "Das ist was für die Geschichtsbücher, für die Enkelkinder." Er verglich den Fehler mit einem Formel-1-Missgeschick: "Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt."

Beim 50-Kilometer-Rennen wechseln die Athletinnen normalerweise zwischendurch ihre Skier. Neprjajeva nutzte jedoch die falsche Wechselbox und griff dadurch zum falschen Material.

Technikerteam musste Mittagspause unterbrechen

Die deutschen Skitechniker standen vor einer logistischen Herausforderung. Cheftechniker Lukas Ernst erklärte: "Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war im Prinzip heruntergefahren. Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen." Die schnelle Reaktion gelang: Rund 20 Kilometer vor Rennende konnte Hennig Dotzler ihre Skier wechseln.

Diskussion um neues Wettkampf-Format überlagert

Der kuriose Vorfall überlagerte die Diskussion um das neue Wettkampf-Format für Frauen bei Winterspielen, das das 30-Kilometer-Rennen abgelöst hat. Tags zuvor hatte sich Hennig Dotzler deutlich gegen die Neuerung ausgesprochen: "Diese ganzen Strecken-Anpassungen: Das hat für mich nichts mit Gleichberechtigung zu tun", sagte sie und ergänzte: "Wir Frauen haben einen anderen Körper. Die Biologie ist eine andere."

Bilanz des deutschen Langlauf-Teams

Für das deutsche Langlauf-Team steht am Ende ein Podestplatz in der Olympia-Bilanz von Italien. Laura Gimmler und Coletta Rydzek sicherten sich Bronze im Team Sprint. Bei den Winterspielen vor vier Jahren in China hatte es nicht nur Gold in dieser Disziplin, sondern auch Silber in der Frauen-Staffel gegeben. An beiden Medaillen war Victoria Carl beteiligt gewesen, die aktuell wegen einer positiven Dopingprobe gesperrt ist.

Das Rennen selbst gewann die Schwedin Ebba Andersson mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor der Norwegerin Heidi Weng. Für Katharina Hennig Dotzler endete ihre Olympia-Karriere mit einem unvergesslichen, wenn auch ungewöhnlichen neunten Platz.

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