Paralympics 2026: Italiens Winterfest des Behindertensports startet
Nach den Olympischen Winterspielen richten sich die Blicke auf die Paralympics 2026 in Italien. Vom 6. bis 15. März werden Mailand, Cortina und Tesero zum Schauplatz internationaler Spitzenleistungen im Behindertensport. Die Eröffnungsfeier im römischen Amphitheater von Verona markiert den Beginn von neun spannenden Wettkampftagen.
Sportprogramm und Austragungsorte im Detail
Insgesamt 79 Medaillenentscheidungen stehen in sechs Sportarten auf dem Programm. Über 660 Athletinnen und Athleten aus etwa 50 Nationen kämpfen um Edelmetall. Die Disziplinen umfassen Para Ski alpin, Para Snowboard, Rollstuhlcurling in Cortina, Para Biathlon, Para Skilanglauf in Tesero sowie Para Eishockey in Mailand. Die Abschlussfeier findet am 15. März in Cortina statt.
TV-Übertragungen: Öffentlich-rechtliche Sender und Eurosport im Einsatz
Die Berichterstattung über die Paralympics wird traditionell von den öffentlich-rechtlichen Sendern getragen. Das ZDF zeigt ausgewählte Wettkämpfe in den ersten fünf Tagen vom 6. bis 10. März im Fernsehen. Anschließend übernimmt die ARD die Übertragungen inklusive der Schlussfeier. In den Mediatheken stehen zusätzlich diverse Livestreams zur Verfügung. Erstmals berichtet auch Eurosport mit täglichen Highlights von den Spielen.
Deutsches Team: Zweitgrößte Delegation in der Geschichte
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) entsendet 40 Aktive, darunter elf Frauen und 29 Männer, sowie acht Guides nach Italien. Damit stellt Deutschland das zweitgrößte Team seiner Paralympics-Geschichte. Die Hälfte der Athletinnen und Athleten feiert ihre paralympische Premiere. Besonders erwähnenswert ist die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft mit 13 Spielern, die sich erstmals seit 20 Jahren wieder für die Spiele qualifizieren konnte. Lediglich im Rollstuhlcurling ist Deutschland nicht vertreten.
Deutsche Medaillenhoffnungen im Fokus
Im alpinen Bereich zählt die viermalige Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster zu den Top-Favoritinnen. Anna-Maria Rieder, die vor vier Jahren Bronze gewann, strebt erneut das Podium an. Im Para Biathlon und Para Langlauf ruhen große Erwartungen auf Anja Wicker, die mit sieben WM-Medaillen anreist. Weitere Kandidatinnen für Edelmetall sind Leonie Walter, Linn Kazmaier und Johanna Recktenwald.
Bei den Männern gehören Marco Maier, Sebastian Marburger, Nico Messinger und Lennart Volkert im Para-Ski nordisch zu den aussichtsreichsten Medaillenanwärtern. Das deutsche Ziel ist ein Platz unter den besten sechs Nationen im Medaillenspiegel. Bei den letzten Spielen in Peking belegte Deutschland Rang sieben mit 19 Medaillen.
Besondere deutsche Teilnehmer mit bemerkenswerten Geschichten
Die Para Skilangläuferinnen Kathrin Marchand und Merle Menje starten nach Teilnahmen an Sommer-Paralympics nun erstmals auch im Winter. Marchand ist weltweit die erste Athletin, die bei drei verschiedenen Ausgaben der Spiele dabei ist, nachdem sie 2016 im Rudern an den Olympischen Spielen teilnahm.
Andrea Eskau, im Sommer im Para Radsport aktiv, bestreitet ihre neunten Paralympics. Die 14-fache paralympische Medaillengewinnerin Andrea Rothfuss geht bei ihren sechsten Winter-Paralympics in Serie an den Start. Mit 60 Jahren ist Para Eishockeyspieler Jörg Wedde der älteste deutsche Athlet, während die 17-jährige Maya Fügenschuh im Para Ski alpin die Jüngste im Team ist.
Internationale Top-Stars bei den Paralympics 2026
Die US-Amerikanerin Oksana Masters, siebenfache Paralympics-Teilnehmerin mit 19 Medaillen in vier Sportarten, zählt zu den bekanntesten Gesichtern. Auch ihr Verlobter Aaron Pike ist in Italien am Start. Ebenfalls für die USA startet Monoskifahrerin Laurie Stephens, die auf fünf Paralympics und sieben Medaillen zurückblickt.
Neuseelands Skirennläufer Adam Hall geht bei seinen sechsten Spielen an den Start und gewann bislang fünf Medaillen. Für die Gastgeber tritt der sehbehinderte Italiener Giacomo Bertagnolli an, der bereits acht paralympische Erfolge feierte und die lokale Unterstützung genießen wird.



