Paralympics-Start in Italien: Team D mit Medaillenregen und Goldjubel
Paralympics: Team D startet mit Medaillenregen in Italien

Paralympics-Start in Italien: Team D mit Medaillenregen und Goldjubel

Das deutsche Team hat bei den Winter-Paralympics in Italien einen überaus erfolgreichen Auftakt hingelegt. Gleich mehrere Athleten konnten in den ersten Wettbewerben Medaillen erringen und damit die Bilanz für Team D kräftig aufbessern. Besonders die Biathleten sorgten für strahlende Gesichter im deutschen Lager.

Frauen-Power im Biathlon: Wicker und Recktenwald auf dem Podest

Einen Tag nach dem Abfahrts-Gold für Anna-Lena Forster zeigten starke Biathletinnen, was in ihnen steckt. Anja Wicker, die bereits am Vortag Bronze im Sprint gewonnen hatte, sicherte sich im Einzelrennen die Silbermedaille. Die 34-Jährige aus Stuttgart, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, zeigte sich nach dem Rennen überglücklich: "Unglaublich. Davon träumt man. Zwei Rennen, zwei Medaillen. Ich muss mich kneifen."

Nur 12,8 Sekunden Rückstand hatte Wicker am Ende auf die siegreiche Südkoreanerin Yunji Kim, obwohl sie direkt den ersten von 20 Schüssen daneben setzte und damit eine Strafminute kassierte. "Es hat vom ersten Meter an Spaß gemacht und es freut mich, dass es so eng ist und ich um Silber mitlaufen konnte", berichtete die Athletin, für die es bereits die fünfte Paralympics-Medaille ihrer Karriere war.

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Ebenfalls auf dem Podest landete die sehbehinderte Johanna Recktenwald, die mit Guide Emily Weiss die Bronzemedaille gewann. Nach einem fehlerfreien Schießen konnte sich die 24-Jährige über ihre erste paralympische Medaille freuen: "Es ist ein Riesentraum, der in Erfüllung geht", sagte Recktenwald sichtlich gerührt.

Maier jubelt zum zweiten Mal - Eskaus bitteres Ende

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit konnte Marco Maier jubeln. Der 26-Jährige, der wegen verkürzter Finger an der linken Hand nur mit einem Stock startet, gewann wie bereits im Sprint auch im Einzelrennen die Bronzemedaille. "Ich hätte nie gedacht, dass ich gleich hintereinander zwei Medaillen gewinne, gerade weil ich vorher krank war", gestand Maier, der bei frühlingshaften Temperaturen in kurzer Hose und T-Shirt antrat.

Bitter endete das Rennen dagegen für Andrea Eskau. Bei ihren neunten Paralympics und nach eigener Aussage letzten Winterspielen blieb die 54-Jährige in der sitzenden Klasse als einzige Athletin fehlerfrei, wurde jedoch wegen einer nicht korrekt genommenen Wende disqualifiziert. Eskau, die am Vortag Neunte geworden war, nahm es mit Humor: "So ist es im Leben – manchmal hat man kein Glück, und dann kommt manchmal noch Pech dazu."

Goldjubel für Forster im Deutschen Haus

Am Vorabend wurde Anna-Lena Forster mit großem Tamtam im Deutschen Haus für den ersten Goldmedaillengewinn bei den italienischen Spielen gefeiert. Beim sogenannten Medal Walk bejubelten die zahlreichen Gäste die 30-Jährige mit Kuhglockengeläut, lauten Rasseln und Jubelrufen. "Ich bin überwältigt", gestand die nun fünfmalige Paralympicssiegerin.

Ihr erstes Abfahrts-Gold hatte die Zollbeamtin mit dem Wimpernschlag von 0,05 Sekunden Vorsprung nach rund 2,1 Kilometern auf der berühmten Tofana-Piste vor der Spanierin Audrey Pascual Seco gewonnen. "Das ist so geil, jetzt diese Medaille gerade in der Abfahrt in der Hand zu haben. Ich freue mich einfach riesig", sagte Forster.

Mit dem Sieg im ersten alpinen Wettbewerb der Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo fiel auch eine gewaltige Last von der Monoskifahrerin ab. "Ergreifend" sei es für sie im Zielraum gewesen. "Als Audrey hier runterkam und mir bewusst wurde, krass, okay, das ist jetzt die Goldmedaille, da sind dann doch ein paar Tränen geflossen", berichtete sie.

Staatsministerin Schenderlein feiert mit

Mitten im Trubel war auch Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein, die mitklatschte und Forster beglückwünschte, nachdem sie den Goldlauf bereits an der Strecke verfolgt hatte. "Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, mit dabei zu sein, diesen Moment hautnah mitzuerleben - und war ja haarscharf und hochgradig spannend", sagte die CDU-Politikerin.

Für Forster hatte sie nur lobende Worte parat: "Sie ist ein unglaublich positiver Mensch und natürlich auch ganz erfahren. Es ist immer sehr berührend, das mitzubegleiten und im Austausch mit den Athleten zu sein." Am Tag darauf freute sich Schenderlein in Tesero mit den Medaillengewinnern im Biathlon.

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Forster blickt ihren weiteren Starts beginnend mit dem Super-G an diesem Montag nach einem trainingsfreien Sonntag viel entspannter entgegen: "Ich glaube schon, dass es hilft, dass die Goldmedaille da ist und ich weiß, dass ich mich hier wohlfühle. Ich mache einfach so weiter, wie ich heute angefangen habe von meinem Gefühl her und dann schauen wir, was noch rausspringt."