Shorttrack-Horror in Mailand: Polnische Olympionikin nach Kufen-Treffer operiert
Was für eine schockierende Szene bei den Olympischen Spielen! Die polnische Shorttrack-Starterin Kamila Sellier wurde gestern Abend in Mailand schwer im Gesicht verletzt. Bei einem Sturz in der Kurve traf sie die Kufenkante der vor ihr laufenden Amerikanerin Kristen Santos-Griswold knapp unter dem Auge. Anschließend schlug Sellier noch mit dem Kopf auf dem harten Eis auf.
Sofort floss Blut aus der tiefen Wunde im Gesicht der Athletin. Sie blieb regungslos auf der Bahn liegen, während Sanitäter und Helfer zur Stelle eilten. Um die Untersuchung und Behandlung zu schützen, wurde die Szene mit einer weißen Plane abgeschirmt. Der Wettbewerb musste für mehrere Minuten unterbrochen werden.
Operation nach CT-Untersuchung
Nach der Erstversorgung auf dem Eis wurde Kamila Sellier unter dem besorgten Applaus der Zuschauer aus der Arena gebracht. Immerhin konnte sie dabei noch einen beruhigenden Daumen nach oben zeigen. Wie das polnische Olympische Komitee am späten Abend mitteilte, wurde die Sportlerin direkt in ein Krankenhaus gebracht.
„Kamila wird derzeit operiert. Die Wunde wird wieder geöffnet, damit die Ärzte den Zustand des Knochens gründlich untersuchen können“, hieß es in der offiziellen Stellungnahme. Diese Entscheidung folgte auf die Ergebnisse einer CT-Untersuchung, die eine leichte Fraktur im Gesichtsbereich ergeben hatte.
Augentests nach schlafloser Nacht
Heute gab Konrad Niedzwiecki, der Leiter der polnischen Olympiamission, ein weiteres Update zur Gesundheit der verletzten Athletin. „Kamila wurde operiert, um den beschädigten Knochen zu reparieren. Alles wurde gereinigt“, erklärte er gegenüber Eurosport.
Die Nacht nach dem Eingriff war für die Sportlerin allerdings alles andere als erholsam: „Sie wachte heute Morgen mit einer starken Schwellung auf. Sie hat letzte Nacht nicht viel geschlafen“, so Niedzwiecki weiter. Nun stehen entscheidende medizinische Untersuchungen an: „Nach den Angaben, die mir der Leiter der medizinischen Mission, Dr. Hubert Krysztofiak, heute Abend mitgeteilt hat, wird sie heute Augenbewegungstests unterzogen.“
Ein erstes positives Zeichen gab es jedoch bereits: „Gestern hat das Auge die ersten Tests bestanden, und das war für uns das Wichtigste“, betonte der Missionsleiter.
Disqualifikation und Blutspur auf dem Eis
Auf der Shorttrack-Bahn in Mailand blieb nach Selliers schwerem Sturz zunächst eine deutliche Blutspur zurück. Beim Neustart des Rennens wurden nicht nur die ohnehin verletzte Polin, sondern auch die Amerikanerin Santos-Griswold disqualifiziert. Beide Läuferinnen hatten vor dem Unfall geschoben, was zu dem folgenschweren Zusammenstoß führte.
Damit traten zum Wiederholungsrennen nur noch vier Athletinnen an. Der Vorfall wirft erneut Fragen nach der Sicherheit im Hochgeschwindigkeits-Sport Shorttrack auf, bei dem Verletzungen durch die scharfen Kufen der Schlittschuhe immer wieder vorkommen.
Die olympische Gemeinschaft blickt nun besorgt auf den Gesundheitszustand von Kamila Sellier, die bei diesen Spielen eigentlich zu den Medaillenkandidatinnen gezählt hatte. Ihre weitere Teilnahme an den Wettbewerben steht nach diesem schweren Zwischenfall mehr als fraglich da.



