Rekord-Tobis rasen zu Gold: Deutsche Rodler krönen Traumtage in Cortina
Mit dem dritten Olympiasieg haben die deutschen Rodler ihre Traumtage in Cortina d'Ampezzo perfekt gekrönt. Die Teamstaffel wurde für Tobias Wendl und Tobias Arlt zu einer triumphalen Fahrt in die Geschichtsbücher des deutschen Sports.
Historischer Erfolg für das deutsche Rodelteam
Gemeinsam mit den Einsitzer-Olympiasiegern Max Langenhan und Julia Taubitz sowie dem Frauendoppel Dajana Eitberger und Magdalena Matschina rasten die "Rekord-Tobis" zu einem überragenden Viererpack. In der seit 2014 in Sotschi ausgetragenen Staffel ging der Olympiasieg im vierten Rennen zum vierten Mal in Folge an Deutschland.
Wendl und Arlt, die bereits am Mittwoch Bronze im Doppelsitzer geholt hatten, stiegen mit diesem Erfolg zu Deutschlands erfolgreichsten Winterolympioniken aller Zeiten auf. Mit nun sieben Goldmedaillen und einer Bronzemedaille überholten sie sogar ihre frühere Teamkollegin Natalie Geisenberger.
Bescheidenheit vor dem großen Triumph
"Wir machen es nicht, um Rekorde zu sammeln oder Rekorde aufzustellen. Wir machen es, weil es uns Spaß macht. Wir machen es, weil es ein geiler Sport ist", hatte Tobias Arlt vor dem entscheidenden Rennen erklärt. Diese bescheidene Einstellung machte den anschließenden Triumph umso beeindruckender.
In einem packenden und spannenden Rennen setzten sich die deutschen Rodler souverän vor den Teams aus Österreich und Italien durch. Damit unterstrich das deutsche Team erneut seine Ausnahmestellung als zuverlässiger Medaillenlieferant für das Team Deutschland.
Emotionale Momente und sportpolitische Dimension
Die Siegesfeier der deutschen Rodler fand vor dem Hintergrund sportpolitischer Spannungen statt. Stunden nach den aufwühlenden Ereignissen um den disqualifizierten ukrainischen Skeletonsportler Wladyslaw Heraskewytsch zeigten dessen Landsleute vor ihrer Staffel eine berührende Geste der Solidarität.
Während die ukrainischen Athleten knieten und ihre Helme in den Himmel reckten, konnten die deutschen Rodler nach ihrem Triumph unbeschwert feiern. Julia Taubitz hatte nach ihrem emotionalen Olympiasieg am Dienstag bereits angekündigt, für die Staffel nur "ein bisschen Halbgas" zu geben, die große Siegesfeier aber fest eingeplant.
Zukunftsperspektiven des deutschen Rodelns
Die Erfolgsgeschichte des deutschen Rodelns scheint auch für die Zukunft gesichert:
- Max Langenhan ist mit 26 Jahren im besten Sportleralter
- Julia Taubitz plant, "noch ein paar Jahre" an der Spitze mitzumischen
- Die beiden Tobiasse haben noch keinen Gedanken an ein Karriereende verschwendet
Obwohl die Konkurrenz aus Österreich und Italien deutlich aufgeholt hat, erscheint die Zukunft des deutschen Rodelns weiterhin golden. Das Duo Wendl/Arlt war bei allen vier Teamstaffel-Erfolgen Deutschlands dabei und holte zudem Gold im Doppel in Sotschi, Pyeongchang und Peking.
Für Langenhan und Taubitz ist es jeweils die zweite Goldmedaille bei Olympischen Spielen, während Eitberger und Matschina ihren ersten Olympiasieg feiern konnten. Die 38-jährigen "Rekord-Tobis" gehören spätestens nach diesem historischen Erfolg zu den ganz Großen des deutschen Sports.



