Starttrick für Olympia: Russische Eiskunstläufer wechseln ihre Nationalität
Es ist eine erschreckende Zahl, die die olympische Landschaft prägt! Offiziell sind nur 13 Sportler aus Russland und Belarus bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo als sogenannte „Neutrale Athleten“ zugelassen. In Wahrheit jedoch ist die Präsenz russischer Herkunft im Eiskunstlauf weitaus größer und auffälliger. Während offiziell lediglich zwei Frauen und ein Mann aus Russland als neutrale Teilnehmer gelistet sind, gehen tatsächlich 24 ehemalige Russen an den Start. Neben den drei neutralen Athleten sind es 21 weitere, die in Putins Reich geboren wurden und inzwischen ihre Nationalität gewechselt haben.
Ein globales Phänomen mit deutscher Beteiligung
Gleich zwölf Länder haben sich die talentierten Läuferinnen und Läufer gesichert, die meist aus Moskau und St. Petersburg stammen. Neun Männer und zwölf Frauen besitzen nun neue Pässe, wobei viele, darunter der für Deutschland startende Nikita Volodin (26), ihren russischen Pass behalten haben. Volodin, der seit Herbst 2025 Deutscher ist, will mit seiner Partnerin Minerva Hase (26) aus Berlin eine Medaille im Paarlauf erringen. Georgien hat mit fünf eingebürgerten Eiskunstläufern die meisten Ex-Russen aufgenommen, gefolgt von Polen mit drei sowie Armenien, Frankreich und Ungarn mit jeweils zwei Startern. Weitere Länder wie Aserbaidschan, Australien, Israel, Kasachstan, die Niederlande und Spanien haben jeweils einen ehemaligen Russen in ihren Reihen.
Prominente Fälle und kontroverse Hintergründe
Die Sportfachverbände durften eigenständig entscheiden, ob sie Russen und Belarussen trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine zulassen. Der Eislauf-Weltverband ISU stimmte zu und genehmigte zwei Frauen und einen Mann im Eiskunstlauf. Sieben weitere Starter haben russische Wurzeln, wobei bei einigen bereits die Eltern das Land verlassen haben. Ein prominenter Fall ist Diana Davis (23), die Tochter der umstrittenen russischen Trainerin Eteri Tutberidze (51), der einige ehemalige Sportlerinnen Misshandlungen vorwerfen und über der ein Doping-Schatten liegt. Davis, in Las Vegas geboren, startete bis 2023 für Russland und tritt nun für Georgien an. Ein weiteres Beispiel ist der Eistänzer Azaf Kazimov (25), der einst aus Russland nach Dortmund kam, dort Elektroingenieurwesen studierte, für Deutschland lief und vor drei Jahren nach Spanien wechselte. Zu den sieben Eiskunstläufern mit russischen Wurzeln gehört auch Superstar Ilia Malinin (21), der das erwartete Gold auf dramatische Weise verfehlte. Der Eiskunstlauf ist nicht die einzige Sportart mit gebürtigen Russen, aber mit Abstand die mit den meisten.
Dieser Nationalitätenwechsel wirft Fragen nach Fairness und Integrität im olympischen Sport auf und zeigt, wie politische Konflikte die Athletenlandschaft beeinflussen.



