Ukrainischer Präsident verleiht Skeleton-Fahrer hohe Auszeichnung nach Olympia-Ausschluss
Der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Skeleton-Athleten Wladyslaw Heraskewytsch den Orden der Freiheit verliehen. Diese Ehrung stellt die zweithöchste Auszeichnung des Landes dar und erfolgte unmittelbar nach dem umstrittenen Ausschluss des Sportlers von den olympischen Wettbewerben in Cortina d'Ampezzo.
Helm mit Gedenkbildern führt zu Disqualifikation
Der zentrale Konfliktpunkt war der Helm von Heraskewytsch, auf dem Bilder von etwa 20 ukrainischen Athletinnen und Athleten zu sehen sind, die infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine ums Leben gekommen sind. Der Weltverband IBSF schloss den 27-jährigen Sportler vom Wettbewerb aus, nachdem dieser nicht auf Kompromissvorschläge des Internationalen Olympischen Komitees eingegangen war.
Präsident Selenskyj übte in sozialen Netzwerken deutliche Kritik an dieser Entscheidung: „Sport bedeutet nicht Erinnerungslosigkeit, sondern die olympische Bewegung sollte den Krieg stoppen helfen und nicht dem Aggressor zuspielen.“ Der Staatschef betonte, Olympia basiere auf Gerechtigkeit und der Unterstützung von Frieden.
Breite Unterstützung aus der ukrainischen Führung
Neben dem Präsidenten stellten sich weitere hochrangige Vertreter der Ukraine hinter den ausgeschlossenen Sportler:
- Außenminister Andrij Sybiha erklärte: „Das Internationale Olympische Komitee hat nicht den ukrainischen Athleten gesperrt, sondern seinen eigenen Ruf.“ Er verwies darauf, dass seit der russischen Invasion 2022 bereits 650 ukrainische Sportler und Trainer getötet sowie 800 Sporteinrichtungen beschädigt worden seien.
- Das Nationale Olympische Komitee der Ukraine gab dem eigenen Sportler Rückendeckung und betonte: „Wenn ein Sportler für Wahrheit, Ehre und Erinnerung eintritt, dann ist das bereits der Sieg.“
Selenskyj dankte Heraskewytsch für dessen „klare Haltung“ und erklärte: „Das erinnert die ganze Welt daran, was die russische Aggression ist und welchen Preis der Kampf für die Unabhängigkeit hat.“ Der Präsident fügte hinzu, dass seiner Meinung nach eher die 13 russischen Teilnehmer disqualifiziert werden sollten, da sie die russische Aggression unterstützten.
Symbolische Bedeutung der Auszeichnung
Die Verleihung des Ordens der Freiheit an Heraskewytsch erfolgte in einer feierlichen Zeremonie und unterstreicht die politische Dimension des sportlichen Konflikts. „Wir sind stolz auf Wladyslaw und seine Tat. Mut zu haben bedeutet mehr als der Gewinn von Medaillen“, sagte Selenskyj während der Veranstaltung.
Der Skeleton-Fahrer konnte seine Akkreditierung für die Winterspiele in Italien trotz des Wettbewerbsausschlusses behalten und bleibt damit Teil der olympischen Gemeinschaft. Die ukrainische Führung betrachtet seinen Fall als exemplarisch für den Umgang mit sportlichen Symbolen in Kriegszeiten.



