Skibergsteigen: Olympische Premiere einer rasanten Wintersportart
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien steht eine aufregende Premiere bevor. Skibergsteigen, auch als Ski-Mountaineering bekannt, wird erstmals ins olympische Programm aufgenommen. Am 19. und 21. Februar werden in Bormio gleich drei Wettbewerbe um Edelmetalle ausgetragen: Einzelrennen für Männer und Frauen sowie eine Mixed-Staffel.
Die Disziplin: Ultrakurzes Skitourengehen mit spektakulären Wechseln
Die neue olympische Disziplin stellt eine komprimierte Version des klassischen Skitourengehens dar. Der Sprint dauert lediglich etwa drei Minuten und entwickelt sich zu einem atemberaubenden Schlagabtausch zwischen Aufstieg und Abfahrt. Gestartet wird im Pulk mit bereits angeschnallten Skiern. Die Athleten bewältigen zunächst einen Zick-Zack-Kurs in Diamantform bergauf, wobei spezielle Felle unter den Skiern für optimalen Halt sorgen.
Nach nur 20 Sekunden folgt der erste kritische Wechsel: Die Ski müssen abgeschnallt, auf den Rucksack geschnallt und zu Fuß Treppen erklommen werden. Erst im finalen Abschnitt des Aufstiegs dürfen die Sportler ihre Ski wieder anlegen. An der höchsten Stelle des Kurses werden die Felle abgezogen, bevor es in einem temporeichen Riesenslalom hinab ins Ziel geht. In den einzelnen Läufen treten jeweils sechs Athleten gleichzeitig gegeneinander an.
Mixed-Staffel: Teamwork unter Druck
In der Mixed-Staffel bilden jeweils eine Frau und ein Mann einer Nation ein Team. Gemeinsam bewältigen sie zwei anspruchsvolle Aufstiege, eine Laufpassage mit Skiern auf dem Rücken sowie zwei Abfahrten. Besonders entscheidend sind hier die Wechsel zwischen den Teammitgliedern. Fehler in diesen kritischen Momenten können den gesamten Wettkampf kosten. Eine Runde dauert zwischen sechs und acht Minuten, wobei die Frauen starten und an die Männer übergeben, bevor erneut gewechselt wird.
Deutsche Hoffnungsträger und spezielle Ausrüstung
Deutschland wird bei dieser olympischen Premiere von Helena Euringer (19), Tatjana Paller (30) und Finn Hösch (23) vertreten. Die verwendeten Rennski sind mit knapp 800 Gramm pro Paar deutlich leichter als herkömmliche Tourenski, die oft das Doppelte wiegen. Diese Gewichtsoptimierung ist entscheidend für die schnellen Wechsel und hohen Geschwindigkeiten.
Tatjana Paller verrät im Interview: "Meine Schwäche sind noch eher die Wechsel. Aber ich habe sie intensiv trainiert. Unter Wettkampfbedingungen kann hier viel schiefgehen - jeder Handgriff zählt. Das Skifahren selbst ist eine meiner Stärken, und ich mag auch die Tragepassagen. Die Kunst liegt in der optimalen Krafteinteilung. Bei Olympia müssen wir drei Runden bis ins Finale absolvieren, wobei die Erholungsphasen dazwischen besonders anspruchsvoll sind. Zwischen Halbfinale und Finale bleiben meist nur etwa 20 Minuten."
Die Einführung von Skibergsteigen bei den Olympischen Spielen markiert einen bedeutenden Moment für den Wintersport und bringt eine traditionelle Bergsportart auf die weltweit größte Sportbühne.



