Skisprung-Abbruch bei Olympia: Deutscher Sportdirektor wütend über „unprofessionelle“ Entscheidung
Skisprung-Abbruch: Deutscher Sportdirektor wütend über Entscheidung

Skisprung-Abbruch bei Olympia löst heftige Kontroverse aus

Der letzte olympische Skisprung-Wettkampf in Predazzo endete mit einem vorzeitigen Abbruch – und hinterlässt beim Deutschen Skiverband (DSV) tiefe Verärgerung. Sportdirektor Horst Hüttel zeigte sich nach dem vierten Platz von Philipp Raimund und Andreas Wellinger im erstmals ausgetragenen Super-Team-Wettbewerb „richtig, richtig sauer“. Der Grund: Eine knappe Medaille blieb dem deutschen Duo durch die Entscheidung der Wettkampfleitung verwehrt.

Wetter-Apps versus Fis-Entscheidung

Hüttel kritisierte insbesondere die Begründung des Abbruchs durch starken Schneefall. „Wetter-Apps hätten angezeigt, dass der Schneefall schnell wieder aufhört. Und diese Wetter-Apps muss auch die Fis haben“, sagte der DSV-Sportdirektor mit Blick auf den Internationalen Skiverband. Tatsächlich ließ der plötzliche Niederschlag nach etwa 15 bis 18 Minuten nach, doch da war die Entscheidung bereits gefallen. Hüttel urteilte scharf: „Es ist einfach schlecht gearbeitet, miserabel schlecht gearbeitet.“

Bitterer Ausgang für deutsches Team

Der Wettkampf wurde nach zwei von drei geplanten Durchgängen abgebrochen, womit ein starker letzter Sprung von Philipp Raimund aus der Wertung fiel. Gleichzeitig wurde jedoch auch ein weniger guter Sprung von Andreas Wellinger nicht gewertet. Hüttel betonte, es gehe ihm nicht primär um die knapp verpasste Medaille – bei den vorherigen Spielen in Peking hatte Deutschland Bronze mit einem halben Punkt Vorsprung gewonnen –, sondern um das Verfahren: „Aber so wie jetzt finde ich es einfach schlichtweg unprofessionell.“

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Alternative Lösungsvorschläge und TV-Zeit als Faktor

Der deutsche Sportdirektor schlug eine andere Vorgehensweise vor: „Man kann schon abbrechen. Man muss dann die ganze Gruppe nochmal springen lassen. Das wäre die fairste und beste Entscheidung gewesen.“ Auch Bundestrainer Stefan Horngacher äußerte Unverständnis und meinte, ein kurzes Break bis zum Ende des Schneefalls wäre möglich gewesen.

Fis-Renndirektor Sandro Pertile verteidigte hingegen die Entscheidung und verwies auf die begrenzten Rahmenbedingungen: „Wir wissen alle, dass wir begrenzte TV-Zeit haben“, sagte der 57-Jährige aus dem Olympia-Ort Predazzo. Diese Aussage lässt vermuten, dass neben dem Wetter auch organisatorische Zwänge eine Rolle spielten.

Olympia-Bilanz der deutschen Skispringer

Durch den verpassten Podestplatz bleibt dem deutschen Team bei diesen Winterspielen nur das Gold von Philipp Raimund von der Normalschanze als Edelmetall. Dieser Erfolg überdeckt jedoch kaum die ansonsten enttäuschende Bilanz aus deutscher Sicht. Zuletzt hatte es 2010 in Kanada mit Silber im Teamspringen nur eine Medaille für die deutschen Skispringer bei Olympia gegeben.

Die Debatte um den Abbruch wird den Sport noch eine Weile beschäftigen, während sich das Team auf die Fortsetzung des Weltcups in Österreich in knapp zwei Wochen vorbereitet. Die Frage nach fairen Wettkampfbedingungen bleibt dabei im Raum stehen.

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