Ukrainische Rodel-Staffel setzt bei Olympia 2026 starkes Solidaritätssignal
Im Cortina Sliding Centre bei den Olympischen Winterspielen 2026 hat die ukrainische Rodel-Staffel mit einer bewegenden Geste für internationales Aufsehen gesorgt. Die sechs Athleten und Athletinnen demonstrierten nach ihrem Zieleinlauf in der Team-Staffel ihre Unterstützung für den disqualifizierten Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskewytsch.
Symbolische Geste nach dem Rennen
Unmittelbar nachdem die ukrainische Staffel zwischenzeitlich in Führung gelegen hatte, knieten sich alle sechs Teammitglieder gemeinsam auf das Eis und reckten ihre Helme demonstrativ in die Höhe. Diese eindrucksvolle Szene wurde von ZDF-Kommentator Daniel Pinschower als historisch bezeichnet: „Die Geste der Ukrainer sieht man auch in der Welt. Dieses Foto wird uns auch in den nächsten Tagen begleiten.“
Rodler Andryi Mandzyi betonte jedoch gegenüber SPORT1, dass es sich nicht um eine Protestaktion handele, sondern um einen persönlichen Zuspruch für ihren Kollegen Heraskewytsch. Die Athleten wollten damit deutlich machen, dass sie ihren Teamkameraden in dieser schwierigen Situation nicht allein lassen.
Hintergrund: Der Helm-Konflikt mit dem IOC
Der Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch war am Mittwoch von seinem Wettkampf disqualifiziert worden, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) seinen speziellen Helm beanstandet hatte. Dieser Helm zeigte Porträts ukrainischer Sportler, die im Krieg von russischen Soldaten getötet worden waren.
Heraskewytsch verteidigte seinen Helm in einem ZDF-Interview entschieden: „Das ist keine politische Propaganda, das ist keine rassistische Propaganda und ich belästige mit diesem Helm niemanden. Daher glaube ich, dass dieser Helm keine Regeln verletzt.“ Der Athlet verwies darauf, dass auf olympischer Bühne bereits zuvor Trauergesten durch das Zeigen von Motiven oder Namen erlaubt gewesen seien.
Für den Ukrainer kam ein Verzicht auf den besonderen Helm nie in Frage: „Wie ich vom ersten Tag an gesagt habe, werde ich diese Leute nicht im Stich lassen.“
Sportliches Ergebnis und technische Besonderheiten
Sportlich erreichte die ukrainische Rodel-Staffel mit einer Zeit von 3:46.174 Minuten den sechsten Platz, während der Sieg an die deutschen Rodler ging. Nach dem Zieleinlauf versuchten die ukrainischen Piloten offenbar, auch verbal eine Botschaft vor den TV-Kameras zu übermitteln, doch ihre Worte waren kaum zu verstehen.
Im ZDF kam deshalb die Vermutung auf, dass der IOC möglicherweise den Ton der ukrainischen Athleten „runtergepegelt“ haben könnte. Diese technische Besonderheit unterstreicht die politische Sensibilität des Vorfalls im olympischen Umfeld.
Breite Solidarität innerhalb des ukrainischen Teams
Die Rodel-Staffel ist nicht das einzige ukrainische Team, das Heraskewytsch unterstützt. Die symbolische Geste zeigt, wie stark der Zusammenhalt innerhalb der ukrainischen Olympiamannschaft ist, trotz der schwierigen Umstände und der politischen Spannungen, die die Spiele begleiten.
Die Ereignisse im Cortina Sliding Centre verdeutlichen erneut, wie Sport und Politik bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen untrennbar miteinander verwoben sind. Während die Athleten um sportliche Höchstleistungen kämpfen, bleiben gesellschaftliche und politische Themen stets präsent.



